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Meeresrauschen, frische Luft, duftende Blumen, Ruhe - wir sind in der Küstenstadt Vung Tau

Der Wecker klingelt. Mein Unterbewusstsein sagte mir "geh zum Fenster"! Ich stehe auf, laufe zum Fenster, ziehe im Halbschlaf die Gardinen an die Seite. Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln meine Nase. Ich öffne das Fenster und gehe auf den Balkon. Das Meer rauscht. Ich lächle.


Entdeckungstour

Es war wieder soweit. Jeder konnte tun und lassen was er wollte. Für uns stand eine Mopedtour auf dem Plan. Nach dem Frühstück haben sich Long und Truc zwei Motorroller ausgeliehen. Es wurde nicht lange gefackelt. Helme auf und ab auf die Piste. Der Verkehr ist hier verhältnismäßig ruhig. Für meine Eingewöhnung war diese Situation sehr angenehm. Vietnam steht weit oben auf der internationalen Liste für Verkehrsunfälle. Eine Helmpflicht gibt es erst seit 2008, wobei es eher die rücksichtslose Fahrweise der Vietnamesen ist, welche die anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet. Wie auch immer. Die ersten Meter waren geschafft. Ein herrliches Gefühl. Der Winde wehte mir im Wechsel warme und kalte Luft ins Gesicht. Ich schloss meine Augen. Die Gerüche vom Meer begleiteten unsere Fahrt. Ich wollte diesen Moment so lange wie mögliche genießen und "Aua"! Truc´s Haare peitschten mir direkt ins Gesicht. Ihre derben Haare, wie Brennnesseln auf der Haut. Mein fusseliges Haar war sicher unter dem Helm verstaut. Nach ein paar Minuten erreichten wir unseren ersten Ausflugspunkt - eine 28 Meter hohe Jesusstatue. Sie wurde in den 70er Jahren erbaut. Ein fürchterlicher Weg mit 811 Stufen führte zu ihr. Bei einer Stufenhöhe von fünf Zentimetern musste man sich ziemlich genau auf die eigenen Tritte konzentrieren. Anstrengung pur. Oben angekommen, erholten wir uns von der Hitze. Wieder 811 Stufen abwärts. Dann ging es weiter zu einem Leuchtturm. Der Weg dorthin war beschwerlich. Wir hatten uns drei Mal verfahren, obwohl wir nach dem Weg gefragt hatten. Vietnamesen zeigen nicht gern, wenn sie etwas nicht wissen. Deshalb geben sie einfach eine Antwort (in unserem Fall eine falsche Wegbeschreibung), um ihr Gesicht zu wahren. 

 Die Jesusstatue in Vung Tau
 811 Stufen bis zur Jesusstatue
 Die Vorfreude ist groß - Rigo, Long, Truc und Monique vor der Abfahrt
 Das junge Glück - Truc und Long
 Helmpflicht in Vietnam
 
 

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Girls don´t cry?

Eine Fahrtstrecke war die Hölle. Nicht für Mopeds geeignet. Schlaglöcher, Sand, Steine. Meine liebe Truc hatte sich davon nichts entgehen lassen. Wie ein Äffchen klammerte ich mich an ihr fest. Ich sah uns bereits den Abhang runterstürzen. Innerliche Panik brach aus. Ich versuchte ruhig zu bleiben. Truc sah es gelassen. In nur äußerst schwierigen Momenten entfleuchte ihr ein zartes "Uh". Das war´s! Sie hatte nicht ein einziges Mal Angst während der Fahrt. Irgendwann hatten wir auch den Leuchtturm erreicht. Gott sei Dank. Nachmittag fuhren wir zurück zum Hotel. Durch unseren schönen Ausflug habe ich sogar ein bisschen Farbe ins Gesicht bekommen. Truc kann das nicht verstehen. Starke Gegensätze - während die Menschen in Deutschland ins Solarium gehen, gibt es hier in Vietnam Peeling- und Bleachingstudios, welche die Haut heller werden lassen. Der Freigang war vorbei. Um vier Treffpunkt in der Lobby. Berichterstattung über die Erlebnisse des Teams.

 Ausblick auf die Küstenstadt Vung Tau
 Leuchtturm
 
 

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Eindrücke und Erlebnisse vom Team

Holger war gerade auf dem Weg zur Jesusstaue, als er ein seltsames Krächzen aus einem Hinterhof hörte. Er sah eine junge Frau, die einen sechs Wochen alten Papagei mit einer Schaufel fütterte. Der Anblick erfreute ihn. Vögel sind hier sehr selten.
Siegfried brachte mich wieder zum schmunzeln. Ihm fehlte es an Bewegung. Unser Marathonläufer hat die Landschaft am Meer sehr genossen. Ich ziehe meinen Hut vor Siegfried. Während wir froh waren, etwas ausspannen zu können, legte er eine Strecke von sieben Kilometern zurück. Respekt!
Robert verbrachte ebenfalls ein wenig Zeit am Strand. Die kleinen Krebse hatten sein Interesse geweckt. Er wollten einen fangen. Vergeblich. Erst mit viel Geduld und Mühe ist es ihm gelungen. Die kleinen 
Truc und Long haben die Ausfahrt mit den Mopeds sehr genossen. Während Truc der wenige Verkehr am besten gefallen hat, fand Long es recht langweilig. Ihm fehlte die Action auf der Straße. Für ihn war es auch das erste Mal, zusammen mit einem so starken Mann wie Rigo mit dem Moped zu fahren. 200 Kilo Gesamtgewicht! 
Und unser Rigo? Er war traurig, weil ihm keine Lampenrarität während der Fahrt in die Hände geflogen ist. Kopf hoch, Rigo! Die Fahrt mit dem Motorroller hat ihn sehr beeindruckt. Vor allem, weil wir an Orte gekommen sind, die zu Fuß für uns nicht erreichbar gewesen wären. Während der Fahrt packte ihn ein Mann an den Armen und sagte "Vorsicht vor Diebstahl bei der Fahrt! Ihre Kamera." Eine sehr freundliche Geste, wie Rigo findet.
Barbara und Sven waren ebenfalls bei der Statue. Beide sind sogar hoch auf die Arme von Jesus gelaufen. Die Treppe war einspurig und schmal. Bei Gegenverkehr hieß es Bauch einziehen. Die Anstrengung hatte sich gelohnt. Den Ausblick auf Vung Tau werden sie nie vergessen. Werner blieb lieber am  Boden. Er begeisterte sich an den vielen religiösen Skulpturen und Bildern. Die Figuren schildern die Geschichte zum letzten Abendmahl und weitere Höhepunkte aus dem alten Testament. Tam und Enrico hatten für uns ein Abendessen am Strand organisiert. Frische Dinge aus dem Meer und sogar ein Lagerfeuer sollte es geben. Abwarten, wie weit die Theorie von der Praxis abweicht.

Vietnamesische Frauen baden im Meer - Schutz vor der Sonne durch Kleidung 
 Ein sechs Wochen alter Papagei bei der Fütterung
 
 

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Meine Entdeckung des Tages: Finde den Fehler!


Der Fußgängerüberweg endet an einer Hecke 


Letztes Abendmahl in Vung Tau

Die letzten Stunden am Meer. Das Essen am Strand war hervorragend. Nur das Lagerfeuer hatte nicht geklappt - es war zu windig. Morgen früh treten wir unsere letzte Reise in Vietnam an - die Fahrt zurück nach Ho Chi Minh Stadt. Hier habe ich noch viel vor. 



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