Liveblog Sachsen-Anhalt

Wahlkampfknüller der NPD: Das eigene Volk zuerst abschieben Live

Von Stephan Schulz | 3. Februar 2016

Die strammen Kameraden der NPD haben es derzeit nicht leicht. Sie sitzen finanziell quasi auf dem Trockenen. Zudem verhandelt das Bundesverfassungsgericht bald über ein Verbot der Partei. Last but not least (auf Teutonendeutsch: Zu guter Letzt) sind im März gleich in mehreren Bundesländern Wahlen. Die NPD liegt in den Umfragen jedoch weit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Logisch, dass da nur die tapfersten Rechtsextremisten weiter ihr Fähnlein in den Wind halten.

Mit diesen Plakaten macht die NPD in Sachsen-Anhalt Wahlkampf.
von Stephan Schulz

In Sachsen-Anhalt sind jetzt einige dieser gestählten Kameraden nahe des Magdeburger Haselbachplatzes auf Laternenpfähle geklettert, um ihren neuesten Wahlkampfschlager aufzuhängen.
Plakate, auf denen sie ankündigen, dass sie sich im Falle eines Wahlerfolges selbst deportieren werden. "Jetzt abschieben", fordert die NPD vor dem Hintergrund eines fliegenden Teppichs. Darunter steht in Kleinbuchstaben der Slogan: "Unser Volk zuerst." Im Internet ergießt sich nun Hohn und Spott über die NPD. Zumal die Kameraden in Sachsen-Anhalt nicht die einzigen sind, die das eigene Volk außer Landes bringen wollen.

Die NPD in Rheinland-Pfalz will das eigene Volk mit Flugzeugen abschieben.
von Stephan Schulz

In Rheinland-Pflalz haben Rechtsextremisten gleich ein Passagierflugzeug für ihre Plakate gechartert, das die eigenen "Landesleute" symbolisch in die Sonne oder - ganz gemein - in zerbombte Länder fliegen soll. Auch dort heißt es: "Konsequent abschieben - Unser Volk zuerst." Die NPD Köln hat den Abschiebeflieger auf ihrer Seite hochgeladen. Der Kamagnenknüller bringt der NPD viele bissige Internetkommentare ein. Ein Nutzer schreibt zum Beispiel: "Die erste gute Idee, die die NPD je hatte! Darf ich euch beim Packen helfen? Macht es gut und kommt nie wieder! Die Frage ist nur, wer will euch denn aufnehmen?" Bei einem anderen heißt es: "Und wer soll arbeiten und die ganze Sozialhilfe für uns Migranten finanzieren, wenn Ihr die ganzen Deutschen abschiebt? Das ist doch scheiße!"

Buntes Trier, nicht mit mir - 444!
via YouTube

Im Sommer zeigten bereits vier NPD-Fackelträger aus Trier, dass sie wahre Mobilisierungskünstler sind. Sie wollten sich zwar nicht selbst abschieben, dafür reimten sie in einem selbstgedrehten Videoclip: "Buntes Trier, nicht mit mir, vier, vier, vier." Ihr Aufruf, gegen Flüchtlingsunterkünfte zu protestierten, hatte Comedyqualitäten. Hunderttausende schauten sich ihren Videoclip auf YouTube an und brachen vor Lachen zusammen.

Einen ähnlichen Erfolg dürfte die neue Abschiebekampagne der NPD haben.

Optionen

Kommentare
Klänge
Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform

MDR SACHSEN-ANHALT bei Twitter