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Palästina – schönes, schwieriges Land

Von Kerstin Palzer | 25. März 2014

Kamal ist 33. Er kommt aus Bethlehem und ist Christ. Eigentlich ist er Wirtschaftswissenschaftler, zusätzlich arbeitet er aber als deutschsprachiger Fremdenführer. Viele Palästinenser haben mehrere Jobs, man verdient nicht viel in Palästina. Kamal zeigt uns die Geburtskirche Jesu. Hier in Bethlehem ist nur noch ein Prozent der Bevölkerung christlich.
 Kamal aus Bethlehem
Fast alle sind weg hier. Für Christen ist Bethlehem schwierig. Der Ort, den fast jedes Kind aus der Weihnachtsgeschichte kennt, ist heute Palästinenser-Gebiet. "Unter israelischer Besatzung", sagt Kamal.

Für ihn bedeutet das, dass er als Christ nicht zur Grabeskirche Jesu nach Jerusalem darf. Das wären nur zwanzig Minuten Fahrt, aber da ist eben diese Mauer zwischen den palästinensischen Autonomie-Gebieten und Israel. Und als christlicher Palästinenser, noch dazu als junger Mann, hat Kamal keine Chance, die Erlaubnis der israelischen Behörden zu bekommen.

Kamal wird im August heiraten. "Vielleicht sind die Behörden dann gnädig und lassen mich rüber", sagt er mir. "Bei verheirateten Männern machen sie manchmal Ausnahmen." Er sagt das ganz ruhig, sachlich, schließlich kennt er es ja sein ganzes Leben lang nur so.

Aber es ist auch klar, dass viele Palästinenser diese Zustände nicht so gefasst hinnehmen. 40 Prozent aller palästinensischen Männer waren laut UN-Angaben schon mal in israelischen Gefängnissen. 

Das mit Mauern durch Länder geht ja selten lange gut.

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