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Schulfrieden?

Von Kerstin Palzer |
19. September 2014


Heute ging es im Landtag auf den Fluren und bei Kantinengesprächen mal wieder um ein Thema, dass gar nicht auf der Tagesordnung stand: Schulschließungen
. Eigentlich ist das ein typisches Wahlkampfthema. Mit „Schule“ kann man zwar keine Wahl gewinnen, aber durchaus verlieren, und das fürchten viele Politiker. Also wissen die Abgeordneten auch: wenn wir nicht jetzt eine Lösung finden, dann  wird das nur noch schwieriger vor der nächsten Wahl im Frühjahr 2016. Und eigentlich kracht es beim Thema „Schule“ auch immer. Noch nicht mal SPD und CDU, die bekanntlich eine Koalition bilden, ziehen da an einem Strang.
 
Zum Hintergrund: die CDU denkt laut über eine Idee nach, die sie Schulverbände nennt. Fraktionschef André Schröder erzählt uns das schon Anfang Juli im MDR-Sommerinterview.
 
Erst Wettern, bald Einigung?

Jetzt wettert Kultusminister Dorgerloh von der SPD, dass das ja wohl gar nicht praktikabel ist, dass dann die Lehrer/innen mehr mit dem Auto unterwegs wären, als dass sie unterrichten könnten, dass nicht geklärt sei, ob man dann Dienstwagen für Schulen anschaffen müsse usw.

Soweit, so vertraut uneins innerhalb dieser Koalition.

Heute im Landtag 

Doch plötzlich hört man als Journalistin heute ganz andere Töne. Da sprechen Bildungspolitiker aller Fraktionen plötzlich von guter Atmosphäre und basteln – offenbar erfolgreich – hinter verschlossenen Türen an einer Lösung. Getragen von allen Parteien, festgezurrt bis in das nächste Jahrzehnt. Das wär´s ja! Ein Schulfrieden: Eine verlässliche Perspektive für die Schulen, für Lehrer(innen), Eltern und alle Kinder. Selbst wenn das alles noch sehr geheim ist und heute niemand vor unserer Kamera darüber reden wollte, schon bis Ende September will man den Schul-Plan präsentieren. Und wer jetzt weiß, dass der Kultusminister nächste Woche in Korea ist und damit nicht weiter verhandeln kann, der kann sich denken, dass man bereits jetzt einer Lösung nah gekommen ist.

Bekommen Schulen und Eltern Klarheit?

Dies wird sicher nicht heißen, dass alle kleineren Grundschulen bestehen bleiben, aber es heißt wohl auch nicht, dass wirklich alle schließen müssen. CDU, SPD, Linke und Grüne würden dann eine verlässliche Größe für die Schulen in Sachsen-Anhalt beschließen. Jenseits von Parteistreitigkeiten und Wahlkampfgetöse. Ich kann es noch gar nicht glauben.

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