Liveblog Sachsen-Anhalt

Kaffee-Blüte in Vietnam

Die Menschen im Osten Deutschlands haben traditionell eine enge Bindung zu Vietnam: Viele Vertragsarbeiter sind zu DDR-Zeiten Arbeitskollegen, Weggefährten oder sogar Freunde gewesen – auch im ehemaligen Kaffeekombinat Halle. Doch wie sieht der Alltag der Vietnamesen aus, wie lebt die Bevölkerung, wovon träumt die Jugend und was ist aus dem Kaffeeproduzenten für die ehemalige DDR geworden? Monique Pierard ist mit einem MDR-Fernsehteam vor Ort und schildert täglich ihre Eindrücke und Erfahrungen.

    Stift, Notizblock, Kamera und Ich!
    Meine Reise nach Vietnam

    Wo fange ich am besten an? Und wie? Gedanken sortieren. Fangen wir ganz von vorn an!

    Mein Name ist Monique Pierard, ich bin 28 Jahre alt und komme aus dem Burgenlandkreis. 
    Nach meinem BWL Studium zog es mich nicht in die große weite Welt, um Karriere zu machen. Ich liebe das Landleben und dem bin ich bis heute treu geblieben. 
    Meine erworbenen Kenntnisse konnte ich im Anschluss in der Kaffeerösterei Moness in die Praxis umsetzen. Hier begrüße ich seit über 3 Jahren unsere Gäste. Meine Einsatzbereiche sind vielseitig - von Personal- und Einsatzplanung, Buchhaltung und Marketing bis hin zum internationalem Handel von Roh- und Röstkaffee.

    Durch Recherchen beim Import von Kaffee aus Vietnam bin ich auf die damalige Beziehung der DDR und Vietnam bezüglich des Kaffeeanbaus aufmerksam geworden. Die geschichtlichen Hintergründe faszinierten mich so sehr, dass ich mich an die Mitteldeutsche Zeitung gewandt habe, um das Thema an die Öffentlichkeit zu tragen. Ein Artikel hatte zur Folge, dass sich auch der MDR dafür interessierte und nun sogar eine 30 minütige Vor-Ort Reportage in Vietnam geplant ist.

    Aber was hat das Ganze mit mir zutun?

    Ich interessiere mich schon lange für asiatische Länder, deren Geschichten, Kulturen und Gebräuche. Als Rucksacktouristin war ich bereits 2009 in Japan unterwegs und letztes Jahr beruflich in Thailand. Nun möchte ich auch mehr über Land, Leute, Historie und natürlich den Kaffeeanbau in Vietnam erfahren. Nicht aus Büchern, sondern direkt vor Ort. Und ich möchte Euch daran teilhaben lassen. Deshalb fliege ich, zusammen mit einem Drehteam vom MDR für 10 Tage nach Vietnam, berichte täglich über diesen Blog von unserer Reise und greife weitere, landesspezifische Themen auf. 

    Mein aufgeschlossener Charakter und meine journalistische Ausbildung werden mich dabei tatkräftig unterstützen! :)

    Uuups - Ich kann ja gar kein Vietnamesisch?!

    Deshalb habe ich die deutsch-vietnamesische Uni in Ho Chi Minh City kontaktiert. Ergebnis: 2 junge Studenten begleiten uns als Dolmetscher während dieser Zeit.

    Am 04. März 2015 geht´s los! Rein in den Flieger und ab ins rund 9.400 km entfernte Vietnam. Ich bin gespannt, was uns alles erwarten wird!
    Fragen rund um Vietnam nehme ich gern entgegen. Ich versuche diese innerhalb der 10 Tage für Euch zu beantworten. Auch in Vietnam bin ich nur einen Mausklick entfernt!

    Eure Monique


    Monique Pierard, 2/28/2015 11:14:00 PM Uhr
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    Der Countdown läuft 
    Noch 3 Tage bis zur Abreise!

    Es ist nicht mehr lange bis März. Wir haben noch viel zu planen!

    Im Oktober habe ich über diesen Satz gelacht. Jetzt bin ich froh, dass wir so zeitig mit der Organisation angefangen haben. Nachdem nun ALLE, scheinbar unüberwindbaren Hürden gemeistert sind, können wir getrost am 04. März in den Flieger steigen und unserem geliebten Deutschland für 10 Tage den Rücken kehren.

    Vorbereitung ist das A und O

    Natürlich! Ich war wieder die Erste, die bei der Aufgabenverteilung im Oktober "Hier! Ich organisiere!" geschrien hat. Nichts leichter als das (dachte ich). Mit asiatischen Ländern kenne ich mich aus. Da werde ich wohl auch eine Auslandsreportage in Vietnam organisieren können. Zugegeben - was das für Ausmaße annehmen kann, habe ich nicht bedacht.
    Als erstes stand auf meiner Liste: Finde 2 deutschsprachige, vietnamesische Studenten, welche uns während der Reise als Dolmetscher begleiten. Eine Ausschreibung an der Universität in Ho Chi Minh ermöglichte dies. Unsere Reisegruppe umfasst nun eine beachtliche Größe von 12 Personen. Immerhin hatte mehr als die Hälfte einen gültigen Reisepass :)
    Ich war beruhigt. Das Drehteam auch. Läuft!

    Schnupperkurs für Anfänger

    Am 08. Januar war es weit - unser erstes großes Meeting. Ich dachte an die Zusammenführung meiner Kaninchen. Einfach das Fell mit Zwiebel einreiben, dann attackieren sie sich schon nicht. Auf die Zwiebel habe ich dieses Mal lieber verzichtet. Nach der ersten Beschnupperung konnten sich alle gut riechen. Prima!
    Ich hielt ein paar einleitende Worte zum Reiseablauf. Ich erwähnte auch eine Auslandskrankenversicherung. Starre Blicke beantworteten meine nicht gestellte Frage. Wusel-Alarm im Kaninchenstall. Fragen durchströmten den Raum. An was man nicht alles denken muss?!

    Was, wenn wir das Essen nicht vertragen? Oder der viele Reisschnaps uns Probleme bereitet? Oder ein tollwütiges Tier uns beisst? Oder wenn einer an Malaria erkrankt? Oder noch schlimmer - wenn es keine Schokolade gibt?

    Okay zugegeben - Vorsorglich habe ich mir für den Notfall ein Speckpolster angefuttert. Und auch für andere, diverse Bedürfnisse und Problemchen gibt´s nun ein Survival Medi-Pac :) 
    Die Gruppe war beruhigt. Ich war es auch. Läuft! 

    Vorsicht vor der Nachteule

    Unzählige Mails nach Vietnam. Viele, verwirrende Telefonate. Nächtliche Sitzungen an der Routenplanung. Nicht zu vergessen, mein Job im Café. Kurz gesagt: Ich hatte bereits eine Zeitumstellung von +6 Stunden durchgemacht. Ich war zur Nachteule mutiert :( 
    Schlafstörungen gab es gratis dazu. Stimmungsschwankungen und Augenringe bis zu den Knien gehörten zu meinem Leben. Für normale Gespräche kaum zu gebrauchen. Eulen reden nicht!

    Und dennoch, es ist vollbracht! Drehgenehmigungen im Sack. Flugtickets und Hotels erfolgreich gebucht. Gastgeschenke fertig. Und tatsächlich haben es alle geschafft, mir ihre Auslandskrankenversicherung zu kopieren. Vietnam, wir kommen! 
    Meine Stimmung ist auf höchstem Niveau. Augenringe verschwunden. Schlaf ist tief und fest. Läuft!

    Danksagung 

    Zum Schluss kann ich nur nochmal betonen: Ohne die Zuarbeiten vom Drehteam, meinen vietnamesischen Freunden und unseren Dolmetschern, hätte ich es zeitlich nicht geschafft, die Reise zu planen. Vielen Dank für die Unterstützung! Das hat uns als Team noch mehr zusammengeschweisst - eine gute Basis für Vietnam! 

    Monique Pierard, 2/28/2015 11:14:00 PM Uhr
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    Unsere Reiseroute in Südvietnam

    Monique Pierard, 3/1/2015 1:14:00 PM Uhr
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    Letzter Tag!

    Die Stunden sind gezählt

    Was mir jetzt gerade durch den Kopf geht? Wie ich mich fühle? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Es ist eine Mischung zwischen Aufregung, Panik und Gelassenheit. Panik allerdings nur, weil ich es bis jetzt nicht geschafft habe, meinen Koffer zu packen. Typisch. Aber während ich hier noch dick eingehüllt im Wollmuff sitze, muss ich mich langsam auf 30 Grad einstellen - gemein oder? 

    Aaach, ich packe einfach später. Sehr geehrte Frau Panik, ich habe erst in zwei Stunden einen Termin mit Ihnen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

    Malerische Eindrücke

    Um noch mehr Farbe in die kommenden zehn Tage zu bringen, nehme ich Staffelei, Leinwand und Pinsel mit nach Vietnam und male, was das Zeug hält. Nein quatsch, natürlich nicht. Kunst war noch nie meine Stärke. Aber die Idee fand ich gut. Der Maler Gerhard Sachse aus Mücheln übrigens auch. Ihm schicke ich während unserer Reise meine Eindrücke in kurzen Schlagwörtern. Anschließend verarbeitet er diese Informationen künstlerisch von Deutschland aus zu tollen Bildern. Auch meine Schulfreundin Stephanie wird mich künstlerisch tatkräftig unterstützen. "Dinge, die mir vor die Füße fallen" werde ich für sie sammeln und ihr im Anschluss an die Reise übergeben. Auf die Ergebnisse bin ich sehr gespannt. Und ihr sicher auch! Deshalb wird es im Laufe des Jahres eine Ausstellung dazu geben. Wo und wann ist noch nicht bekannt. Aber ihr werdet es rechtzeitig erfahren. "Hier! Ich organisiere!"  ;-)

    Zwischen Weser und Ems fand ich SIE

    Meine Lieben, haltet Euch fest! Bielefeld existiert wirklich! Am 07. Februar konnte ich mich davon selbst überzeugen. Die "Bielefeldverschwörung" ist widerlegt. Ein schöner Nebeneffekt meiner eigentlichen Fahrt - denn hier habe ich die Dolmetscherin Truc besucht. Mit dem Mikro in der Tasche ab ins 345 km entfernte Bielefeld. Treffpunkt: Spanisches Lokal, wo auch sonst :-) Wir hatten beide Hunger und kaum Zeit für erste Gespräche. Aber nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten, ging´s auf direktem Weg in die Bielefelder Uni für ein kleines Interview.

    Truc und Monique vor der Uni in Bielefeld 

    Anlass meines Besuches waren noch viele, offene Fragen bezüglich Vietnam. Wann geht die Sonne auf? Und wieder unter? Welche Temperaturen erwarten uns? Wie verhält es sich mit dem Wind? Werde ich ihre Familie kennenlernen? Und und und... 

    Resümee: Das Eis war gebrochen. Alle Fragen geklärt. Mit unseren Brillen ergänzen wir uns!
    Truc ist eine sehr nette, junge und verantwortungsbewusste Frau mit vielen spannenden Geschichten über ihr Heimatland. Wenn es nach mir gegangen wäre - ich würde heute noch in Bielefeld sitzen und ihr lauschen. (Da fällt mir wieder mein leerer Koffer ein...!) 
    Ich bin wirklich froh, so ein tolles Mädchen an meiner Seite zu haben. Und noch besser: Sie ist ein echter Fußballfan! Hört es Euch selbst an! Pluspunkte auf der Sympathieskala.

    Endspurt 

    Frau Panik ist jetzt da. Ich mache es kurz und schmerzlos. Rückmeldung gibts wenn der Koffer gepackt ist. Kurzfristige Ratschläge für "Ich packe meinen Koffer und nehme mit..." nehme ich gern (ab jetzt!) entgegen.

    Grüße, Monique
    Monique Pierard, 3/3/2015 1:00:00 PM Uhr
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    Interview Truc

    Monique Pierard, 3/3/2015 1:00:00 PM Uhr
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    So einfach geht´s :-)

    Monique Pierard, 3/3/2015 7:01:24 PM Uhr
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    Ich wünsche allen "Kaffeefahrt" Teilnehmern viel Erfolg und freue mich auf alle Info's, sowie eine gesunde Heimkehr. Dann auf einen Kaffee in Balgstädt.
    Heinz Schmeißer, 3/4/2015 8:05:20 AM Uhr
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    Ich habe Anfang des Jahres von Herrn Pierard von dem Treffen mit den einstigen Kaffeeexperten der DDR bei einer Tasse Kaffee im Cafe Balgstädt erfahren und es hat mich sehr interessiert. Habe mich über den Beginn und dem heutigen Stand in Vietnam informiert.
    Heinz Schmeißer, 3/4/2015 8:05:21 AM Uhr
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    Letztes Heimatbild.

    Monique Pierard, 3/4/2015 12:35:01 PM Uhr
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    Grüße an das ganze Team. Die Bedingungen sind vielleicht anstrengend:
    Gerda Lumbsky, 3/5/2015 3:26:49 PM Uhr
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    11 h Flug, gleich an die Arbeit, wenig Schlaf, Megacity ...Sieht man denn die Straße vor lauter Mopeds? Schmeckt das Essen auch besser oder nur anders als zu Hause?
    Gerda Lumbsky, 3/5/2015 4:03:02 PM Uhr
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    Hallo Siegfried, gute Reise und bring uns neben deinen Erinnerungen viele schöne Bilder mit. Gruß Petra
    Petra Reimer, 3/6/2015 11:01:38 AM Uhr
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    Ich wünsche dem Kaffee Team viel Erfolg, wunderbare Erlebnisse und Begegnungen. Ein besonderer Gruss an Siegfried und ich freue mich sehr für ihn, dass er erneut in dem Land weilen kann, dem seit vielen Jahren seine Liebe und Hochachtung gehört. Weiterhin viele Begegnungen mit früheren Weggefährten.
    inge kaulfuss, 3/6/2015 11:01:39 AM Uhr
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    Balgstädt grüßt Vietnam. Wir vermissen euch und lesen täglich den Online-Blog. Interessant, interessant! Wir wären gern dabei - aber können hier nicht weg, denn ab Morgen sollen sommerliche Temperaturen hier vor Ort herrschen. Wir halten die Stellung. Liebe Grüße und bis bald.
    Moness Team, 3/6/2015 5:34:05 PM Uhr
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    Xin chào - Hallo

    Truc und ich verlassen heute das Drehteam, um den Nationalpark Yok Don zu besichtigen. Dieser befindet sich an der Grenze zu Kambodscha und hat nicht nur seltene Tiere oder Berge zu bieten, sondern auch das kleine Dorf Ban Don. Hier lebt eine laotische Volksgruppe, auch bekannt als die legendären Elefantenjäger. Im Anschluss daran besuchen wir einen buddhistischen Tempel. 
    Ich freue mich auf die Berichterstattung.
    Monique Pierard, 3/7/2015 3:00:00 AM Uhr
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    Hallo Monique - bist du schon einem Weasel begegnet und hast ihm bei der "Arbeit" zugesehen? Ich freue mich schon auf die Berichterstattung - in Balgstädt, im Café Moness - gemütlich vorm Kamin mit vietnamesischem Essen und Reiswein.
    Manuel Nikisch, 3/7/2015 10:36:57 AM Uhr
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    Vielen Dank für die ständigen Info's. Ich lese bzw. höre immer mit und bin auf die nächsten Tage gespannt.
    Heinz Schmeißer, 3/7/2015 10:36:59 AM Uhr
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    Durch die anschaulichen Schilderungen ist man auch aus der Ferne beim GSchehen. Ich freue mich jeden Tag auf neue Erlebnisse. Sehr diplomatisch wie ein Laote die Vormacht der Frauen erklärt. Noch schöner dass verschiedene Religionen auch friedlich miteinander umgehen können. Einen schönen Frauentag an alle Frauen des Teams aus dem fernen Berlin von Inge Kaulfuss
    inge Kaulfuss, 3/7/2015 4:55:32 PM Uhr
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    Dürfen sich die Daheimgebliebenen etwas wünschen?
    Moness Team, 3/7/2015 4:55:35 PM Uhr
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    Wenn ja - könntet Ihr ein paar Kaffeepflänzchen (oder Bäume) mit bringen?
    Moness Team, 3/7/2015 4:55:38 PM Uhr
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    Ich fand die Bilder der Kaffeeblüte wunderschön. Nun meine Frage: Duftet die Blüte?
    Patentante von Monique, 3/7/2015 4:55:43 PM Uhr
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    Ich wünsche euch weiterhin viele interessante Stunden.
    Patentante von Monique, 3/7/2015 4:55:45 PM Uhr
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    Liebe Grüße an alle.
    Patentante von Monique, 3/7/2015 4:55:46 PM Uhr
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    Auch ich verfolge täglich Deine Berichterstattung. Es ist sehr interessant zu lesen was Ihr täglich erlebt. In unserem letzten Kuba Urlaub haben wir auch viele Kaffeeplantagen gesehen. Könntest Du mal Euern Kaffeeexperten Siegfried fragen, ob die Anpflanzung dort auch mit Hilfe der ehemaligen DDR geschah? Liebe Grüße an alle!
    Annett Pfeil, 3/8/2015 11:37:16 AM Uhr
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    Good Morning Vietnam


    Die Nacht? Kurz! Wecker? Zu leise! 
    07:30 Uhr.
    Schlummerfunktion - nur noch fünf Minuten, dann stehe ich mit Sicherheit auf! 
    Aus den geplanten fünf wurden fünfzehn Minuten. Ich war spät dran. Dabei sollte ich mich heute extra schick machen! Oh Gott - das schaffe ich niemals! Duschen, Haare waschen, Lockenwickler rein, Zähne putzen, Lockenwickler raus, Haare doch lieber glatt. Anziehen. Anziehen? Kleid vergessen! Egal. Alternative suchen. Gefunden. Sprint zum Frühstück. Eine Runde um das Buffet. Raus. Am Fahrstuhl traf ich Barbara und 16 weitere Vietnamesen. Alle rein! Ich habe drei Mal gezählt. 18 Personen im Fahrstuhl! 
    Lobby. 08:30 Uhr. Geschafft! Treffpunkt war 09:00 Uhr - soviel dazu!

    Frauentag - Klappe die Zweite!

    Das gesamte Vietnam-Team wünscht allen Frauen auf dieser Welt einen schönen Frauentag! 

    Truc und ich wurden heute reichlich beschenkt. Die vietnamesischen Männer sind sehr freundlich und zuvorkommend. Alle gratulierten zum Ehrentag. Die schönsten Kaffeeblüten gab es heute nur für uns. Ich fühlte mich wie eine kleine Prinzessin. In Deutschland kenne ich das nicht so. Selbst unser guter Werner hat mir heute jedes Mal aus dem Auto geholfen. Und vor 10 Minuten bekamen wir sogar Blumen von unserem Team. Respekt! 

     Frauentag - Kaffeeblüten für Truc und Monique auf den damaligen DDR Plantagen
     Unsere Frauentagsgeschenke - Vielen Dank!
     
     

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    Die Verjüngungskur ist noch nicht vorbei

    Mit dem Auto fuhren wir nochmal zu den ehemaligen DDR-Plantagen. Für mich ist es jedes Mal eine Bereicherung. Und gerade an diesem Tag - sozialistische, deutsche Geschichte geballt in Vietnam. Die Blüten der Kaffeesträucher dufteten heute besonders lieblich. Ein Hoch auf Clara Zetkin!
    Siegfried deutete auf die Plantagen: "Das hätte es damals bei uns nicht gegeben. Überall Unkraut zwischen den Kaffeebäumen!" Mit einem Lächeln stiegen wir ins Auto und fuhren zum Kaffeekonzern Viet Duc. Wir wurden bereits von den Vertretern der Firma erwartet. Kaum angekommen, fuhren zwei weitere Autos vor. Besuch aus Hanoi und Ho Chi Minh City. Nicht für uns, sondern für Siegfried. Zwei ältere Männer stiegen aus dem Auto und fielen Siegfried um den Hals. Tränen flossen. Gänsehaut pur. Vietnamesen (vor allem Männer) weinen nur im Notfall. 
    Weitere, ehemalige Kollegen von Siegfried hatten von unserem Besuch erfahren und sind extra nach Buon Ma Thuot gereist, um ihren damaligen deutschen Freund zu begrüßen. 


     Siegfried ist berührt - Barbara und Truc stehen ihm zur Seite 
     Eine Überraschung - Herr Nguyen Van Vong kennt Siegfried von alten Fotos, arbeitet ebenfalls für den Kaffeekonzern und hat sogar einige Monate in Leipzig studiert
     Kaffeeblüten-Königin Bärbel ist beliebt! Der aktuelle Generaldirektor von Viet Duc lässt es sich gefallen.
     Beweisfoto - alles fliegt unter den Tisch!
     Auf die Gesundheit - Die Vertreter von Viet Duc und Vina Cafe stoßen gemeinsam mit Siegfried an
    Siegfried bedankt sich mit einer liebevollen Rede. Truc übersetzt für ihn
     Nach vielen Jahren vereint - die Vertreter der Firma freuen sich über Siegfried
     Der damalige, zweite Generaldirektor von Vina Cafe (Thai Doan Lai) ist zu Tränen gerührt - die Freude ist auf beiden Seiten groß
    Herr Doan Trieu Nhan kann es kaum fassen (der erste Generaldirektor des Kaffeekombinates Vina Cafe)
     
     

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    Die ehemaligen Generaldirektoren und engsten Kollegen von Siegfried habe ich um ein kleines Interview gebeten. Die Reaktionen, als sie Siegfried heute nach vielen Jahren wiedergesehen haben, durfte ich glücklicherweise einfangen. 
    Ich bin so dankbar, dass ich diese Momente erleben konnte.


    Interview Herr Thai Doan Lai (zweiter Generaldirektor) 
    von Monique Pierard

    Interview Herr Doan Trieu Nhan (erster Generaldirektor)
    von Monique Pierard 3/8/2015 4:00:00 PM17:00



    Wir waren alle zum Essen eingeladen. Getrunken wurde reichlich. Selbst ich hatte ein Bier intus. Bei dem Anstoßen gibt es Unterschiede. Wenn gesagt wird "tram phan tram" (100 Prozent), dann muss das Glas auch zu 100 Prozent ausgetrunken werden. Auf ex! Ich hatte das Gefühl, heute hieß es ständig "tram phan tram". Das Essen war köstlich. Müll unter den Tisch!
    Als Dankeschön hielt Siegfried eine Rede im Konferenzraum, total unvorbereitet - fehlerfrei! Ich muss schon zugeben, dass Siegfried der Einzige in unserer Gruppe ist, der diese Reise problemlos verkraftet. Ein echter "Steher" trotz des Trubels! Die Verabschiedung fiel uns schwer. 

    Rede Siegfried 
    von Monique Pierard 3/8/2015 4:00:00 PM17:00


    Die DDR Siedlungen sind weiterhin bewohnt

    Nicht weit entfernt befindet sich der damals angelegte Stausee "Ea Chu Kap".
    "Die Kaffeesträucher brauchen nach der Blütezeit viel Wasser. Aber genau dann ist keine Regenzeit. Daher haben wir ein Staubecken und Kanäle errichtet, um die Bewässerung der Plantagen zu gewährleisten". (Siegfried Kaulfuß)
    Der Stausee umfasst elf Millionen Kubikmeter Wasser und ist somit der größte Stausee von insgesamt 50 Stück.
    Am Stausee entlang befindet sich die Siedlung, die Siegfried und Kollegen damals für die vietnamesischen Plantagenarbeiter bauen ließ. Die Siedlung wird heute noch von Plantagenarbeitern bewohnt. Vor einem Haus in der Siedlung trafen wir auf Herrn Le Van Bay. Er ist Pächter einer Kaffeeplantage vom Konzern Viet Duc.


    Herr Le Van Bay pflegt seine Kaffeebäume 
    Der Stausee Ea Chu Kap 
     Herr Le Van Bay freut sich über unseren Besuch und unser Interesse an seiner Arbeit
     Siedlung der Plantagenarbeiter
     
     

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    Ein schöner Tag war vorbei. Essen per Lieferservice im Hotel. Ich habe es noch nicht geschafft, den Rest der Truppe beim Abendessen zu begleiten. Aber die Crew bringt mir immer etwas Leckeres mit. Guten Appetit. 



     Monique im Hotelzimmer - Essen ist fertig!

    Monique Pierard, 3/8/2015 2:35:00 PM Uhr
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    In den lokalen Medien wird das Kaffefestival mit über 600 Ausstellern und Ständen zum Theme Kaffe angekündigt; man will von heute an mit einem interessanten Kluturprogramm "rein feiern". Gibt´s Bilder dazu? * Auf Ansichten der Region sind immer wieder Sendemasten zu entdecken. Nun ist ja Buon Ma Thuot eine Großstadt ähnlich Leipzig oder Halle, dor Gaffeesachse hädde seine wahre Freide, die modernen Medien scheinen auch dort Einzug gehalten zu haben. Werden die kleineren Orte auch mit Internet, evtl. per Funkstrecke versorgt? Vielleicht wissen das ja die Techniker? * Wenn kleine Bauern ihre Felder vom Staatskonzern pachten, wie können sie dann ihr unternehmerisches Risiko puffern? (Klimawandel, starker Regen in der Blüte usw.) * Falls Ihr unterschiedlichste Kaffee-Zubereitungen kosten könnt, unterscheiden sich die Aromen zwischen Plantagen mit und ohne zusätzliche Schatten spendende Bepflanzung oder kommt es vorwiegend auf die passende Bewässerung an?
    Gerda Lumbsky, 3/8/2015 4:46:29 PM Uhr
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    Liebe und nette Grüße an Team und Gastgeber
    Gerda Lumbsky, 3/8/2015 4:46:32 PM Uhr
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    Nächtlicher Ausflug - Besuch einer Ausstellung in Buon Ma Thuot

    Produkte aus dem Mittelhochland werden hier in den kommenden Tagen präsentiert.
    Ebenso neue Technik für die Kaffeeverarbeitung und Zubereitung.

    Ankündigung: Kaffeefest in Buon Ma Thuot
    Röstofen  
    Diverse Mahlmaschinen und Proberöster 
     Geschnitzte Kunst aus Baumwurzeln
    Massagegeräte aus Holz 
    Kurze Rast 
    Traumhafte Bonsai-Bäume 
     
     

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    Jetzt noch 5 Stunden Schlaf tanken 

    Gegen 06:00 Uhr fahren wir zu einer Schule in Buon Ma Thuot.
    Freue mich auf die Kinder. Gute Nacht.
    Monique Pierard, 3/8/2015 5:40:50 PM Uhr
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    Ich bin aus der Ferne auch berührt.
    Inge Kaulfuß, 3/10/2015 11:12:12 AM Uhr
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    Ein "Hallo" ans gesamte Reiseteam. Die Dokumentationen und Berichte von Monique wecken in mir wieder die Reiselust. Hier meine Frage: Erinnert euch Vietnam in manchen Dingen an die ehemalige DDR? Gibt es mehr volkseigene als private Betriebe? Kann man dort einfach so einen privaten Betrieb gründen oder ist das mit Schwierigkeiten verbunden?
    Gibt es ein Rentensystem
    Siegfried Ackermann, 3/11/2015 12:40:54 AM Uhr
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    auch wir sind stolz auf die "Schreiberin" und wünschen noch viele tolle Erlebnisse.
    Moni, 3/11/2015 1:27:35 PM Uhr
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    Guten Morgen aus Deutschland!!!
    Juliane Letsch, 3/11/2015 1:27:36 PM Uhr
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    Der Blog ist sehr interessant, ich lese jeden Tag und bin ja schon beinahe enttäuscht, wenn mal nichts aktuelles geschrieben wurde. Die Rahmenbedingungen sind sicherlich sehr anstrengend. Ich bestaune euch wie ihr das meistert!!!! Viel Spaß und Schaffenskraft weiterhin!
    Juliane Letsch, 3/11/2015 1:27:37 PM Uhr
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    Ausruhen und essen könnt Ihr wieder zu Hause.
    Moni, 3/11/2015 1:27:44 PM Uhr
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    Der vorige Kommentar ist leider unvollständig.
    Moni, 3/11/2015 2:56:13 PM Uhr
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    Auch wir sind stolz auf die Schreiberin und wünschen allen noch viele schöne Erlebnisse
    Moni, 3/11/2015 2:56:15 PM Uhr
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    Schulbesuch - Gymnasium in Vietnam (Quelle: Rigo Richter)

    Monique Pierard, 3/11/2015 3:12:32 PM Uhr via YouTube
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    Hier noch ein paar schöne Bilder aus der Schule

     Klassenzimmer der Schüler (Quelle: Rigo Richter)
     Unzählige Fahrräder der Schüler auf dem Schulgelände (Quelle: Rigo Richter)
     Schüler beim Morgenappell (Quelle: Rigo Richter)
     
     

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    Monique Pierard, 3/11/2015 4:11:51 PM Uhr
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    Bonjour – Bienvenue à Da Lat


    Denn eigentlich waren es die Franzosen, die ihren Lebensstil und somit auch den Kaffee nach Vietnam gebracht haben. 1857 pflanzten französische Missionare die ersten Kaffeesträucher in Vietnam an. Traditionelle Architektur, Esskultur und Weinsträucher wurden ebenfalls eingeführt. Hauptgrund der 100 jährigen, französischen Kolonialmacht in Vietnam war der reichlich vorhandene Kautschuk. Hier in Da Lat kommt kaum asiatisches Flair auf. Der Krieg hat die gesamte Kultur zerstört. Dennoch ist es paradiesisch, fast schon kitschig. Da Lat wird nicht umsonst die "Stadt des ewigen Frühlings" genannt. Die 1500 Meter hoch gelegene Stadt ist das komplette Gegenteil zu Ho Chi Minh City. Milde Temperaturen und frische Luft! Kein Wunder, warum es die Franzosen ausgerechnet hierhin verschlagen hat. Es schrie förmlich nach Entdeckungstour. Pläne für den Tag: Weinberg, Seidenproduktion, Katzen-Kaffee.


     Französische Architektur in Da Lat
     Alte Lokomotive in Da Lat - Baujahr 1930 Esslingen
     Weinfabrik in Da Lat
     Weinflaschen aus Da Lat 
     Alte Lokomotive am Bahnhof
     Bahnhof von Da Lat 
     Europäische Architektur in Da Lat
     
     

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    Auf der Suche nach Weinbergen waren wir vergeblich in Da Lat unterwegs. Gefunden haben wir nur eine Winzervereinigung, welche seit 1994 in Da Lat Wein abfüllt. Die Mitarbeiter erzählten uns, dass der Boden hier nicht gut ist. Die Weinberge befinden sich in einem Nachbarort. Zu weit für uns, wir hatten noch viel vor und wenig Zeit. Die Weinproduktion (Lam Dong Food Stuff Truet Stock Co.) verarbeitet Rot- und Weißwein jeglicher Qualität. Verkauft werden die verschiedenen Sorten hauptsächlich nach Europa, Amerika, Japan, Thailand und Laos. In Vietnam wird allgemein nicht viel Wein getrunken. Die Erntezeit ist März/April. Die Produktionshallen durfte ich nur von außen fotografieren. Wenigstens ein paar leere Flaschen auf einem Förderband waren zu sehen. Ohne Drehgenehmigung funktioniert in Vietnam (leider) NICHTS. 


    "Herr Ober! Auf meinem Salat sitzt eine Raupe"

    Bei der Seidenherstellung hatten wir mehr Glück. Hier durfte sogar richtig angepackt und "probiert" werden. Unser Insektenspezialist Rigo kennt ihn genau, den "Bombyx Mori", auch Seidenspinner genannt. Die aus China stammenden Raupen leben ungefähr drei bis vier Wochen, bevor sie sich einen "abspinnen". Dieser Prozess dauert drei bis vier Tage. Danach ist der Kokon fertig und die Metamorphose beginnt. Die Raupe verwandelt sich in einen Schmetterling. Die Schmetterlinge leben anschließend nur ein paar Tage. In dieser Zeit vermehren sie sich, legen ihre Eier ab und der Kreislauf beginnt von vorn. In der Seidenproduktion werden die fertig gesponnenen Kokons mit heißem Wasser abgebrüht, um die Puppen im Inneren abzutöten. Die Seidenfäden werden mit Hilfe einer Maschine aufgedröselt. Ein Kokon besteht aus rund 50 Kilometer Seide. Die Fäden werden in verschiedenen Prozessschritten gereinigt, bevor sie für Seidenstickereien oder Textilwaren verwendet werden können. Nun ja - Barbara und Rigo haben es getan! Ich hatte mir bereits zu Hause vorgenommen, solche Experimente zu vermeiden. Ich kann also nur die Empfehlung von Barbara aussprechen. "Schmeckt wie Nuss". 


     Abgebrühte Larven aus dem Kokon
     Barbara schmeckt´s - eine Seidenlarve
     Aufdröseln des Fadens für die Maschine
     Seidenfaden vom Kokon
     Vietnamesische Arbeiterin sortiert die Kokons
     
     

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    Extrem - der teuerste Kaffee der Welt


    Es war einmal vor vielen, vielen Jahren...

    da lebten die Kaffeebauern zusammen mit ihren Familien in Angst und Schrecken. Nachts kamen böse Geister und stahlen den Bauern die Kaffeekirschen von den Sträuchern. Das wollten die Bauern nicht auf sich sitzen lassen und schlichen in der Nacht aus dem Haus. Versteckt hinterm Gebüsch konnten sie sehen, dass es gar keine Geister waren, sondern Katzen. Beruhigt gingen die Bauern nach Hause. Sie beschlossen, einfach die ausgeschiedenen Häufchen zu sammeln und sie als "normalen" Kaffee zu verkaufen. So in etwa hat es sich zugetragen, eine kleine Geschichte von mir. 
    Und hier sind sie anzufinden, die berühmten Civet Katzen, auch Weasel genannt. Diese Schleichkatzen "produzieren" den teuersten Kaffee der Welt. Sie fressen nur die besten und süßesten Kaffeekirschen. Im Magen des Tieres werden der Bohne viele Gerb- und Bitterstoffe entzogen. Nach der Fermentierung scheidet das Schleichkätzchen die unverdauten Bohnen wieder aus. Wenn es keine Kaffeekirschen gibt, fressen sie Obst und kleine Insekten. 
    Einen Wasserfall konnten wir uns auch bestaunen. Der Weg dahin war etwas schwierig, aber machbar. Der Aufwand hatte sich gelohnt. Ein schöner Tag neigte sich dem Ende zu. Die Fahrt nach Vung Tau stand uns bevor - acht Stunden für 300 Kilometer. Ein letzter Blick über die Stadt. Der Sonnenuntergang war unbeschreiblich schön.

     Ausgeschiedene Kaffeebohnen der Schleichkatze
    Sonnenuntergang in Da Lat 
    Weg zum Wasserfall 
    Wasserfall in der Nähe von Da Lat 
    Schleichkatze bei der Mittagsruhe 
     
     

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    Monique Pierard, 3/11/2015 4:15:00 PM Uhr
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    Seidenproduktion in Vietnam (Quelle: Rigo Richter)

    Monique Pierard, 3/11/2015 4:16:29 PM Uhr via YouTube
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    Meeresrauschen, frische Luft, duftende Blumen, Ruhe - wir sind in der Küstenstadt Vung Tau

    Der Wecker klingelt. Mein Unterbewusstsein sagte mir "geh zum Fenster"! Ich stehe auf, laufe zum Fenster, ziehe im Halbschlaf die Gardinen an die Seite. Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln meine Nase. Ich öffne das Fenster und gehe auf den Balkon. Das Meer rauscht. Ich lächle.


    Entdeckungstour

    Es war wieder soweit. Jeder konnte tun und lassen was er wollte. Für uns stand eine Mopedtour auf dem Plan. Nach dem Frühstück haben sich Long und Truc zwei Motorroller ausgeliehen. Es wurde nicht lange gefackelt. Helme auf und ab auf die Piste. Der Verkehr ist hier verhältnismäßig ruhig. Für meine Eingewöhnung war diese Situation sehr angenehm. Vietnam steht weit oben auf der internationalen Liste für Verkehrsunfälle. Eine Helmpflicht gibt es erst seit 2008, wobei es eher die rücksichtslose Fahrweise der Vietnamesen ist, welche die anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet. Wie auch immer. Die ersten Meter waren geschafft. Ein herrliches Gefühl. Der Wind wehte mir im Wechsel warme und kalte Luft ins Gesicht. Ich schloss meine Augen. Die Gerüche vom Meer begleiteten unsere Fahrt. Ich wollte diesen Moment so lange wie möglich genießen und "Aua"! Truc´s Haare peitschten mir direkt ins Gesicht. Ihre derben Haare - wie Brennnesseln auf der Haut. Mein fusseliges Haar war sicher unter dem Helm verstaut. Nach ein paar Minuten erreichten wir unseren ersten Ausflugspunkt - eine 28 Meter hohe Jesusstatue. Sie wurde in den 70er Jahren erbaut. Ein fürchterlicher Weg mit 811 Stufen führte zu ihr. Bei einer Stufenhöhe von fünf Zentimetern musste man sich ziemlich genau auf die eigenen Tritte konzentrieren. Anstrengung pur. Oben angekommen, erholten wir uns von der Hitze. Wieder 811 Stufen abwärts. Dann ging es weiter zu einem Leuchtturm. Der Weg dorthin war beschwerlich. Wir hatten uns drei Mal verfahren, obwohl wir nach dem Weg erkundigt hatten. Vietnamesen zeigen nicht gern, wenn sie etwas nicht wissen. Deshalb geben sie einfach eine Antwort (in unserem Fall eine falsche Wegbeschreibung), um ihr Gesicht zu wahren. 

     Die Jesusstatue in Vung Tau
     811 Stufen bis zur Jesusstatue
     Die Vorfreude ist groß - Rigo, Long, Truc und Monique vor der Abfahrt
     Das junge Glück - Truc und Long
     Helmpflicht in Vietnam
     
     

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    Girls don´t cry?

    Die Fahrtstrecke war die Hölle. Nicht für Mopeds geeignet. Schlaglöcher, Sand, Steine. Meine liebe Truc hatte sich davon nichts entgehen lassen. Wie ein Äffchen klammerte ich mich an ihr fest. Ich sah uns bereits den Abhang runterstürzen. Innerliche Panik brach aus. Ich versuchte ruhig zu bleiben. Truc sah es gelassen. In nur äußerst schwierigen Momenten entfleuchte ihr ein zartes "Uh". Das war´s! Sie hatte nicht ein einziges Mal Angst während der Fahrt. Irgendwann hatten wir auch den Leuchtturm erreicht. Gott sei Dank. Nachmittag fuhren wir zurück zum Hotel. Durch unseren schönen Ausflug habe ich sogar ein bisschen Farbe ins Gesicht bekommen. Truc kann das nicht verstehen. Starke Gegensätze - während die Menschen in Deutschland ins Solarium gehen, gibt es hier in Vietnam Peeling- und Bleachingstudios, welche die Haut heller werden lassen. Der Freigang war vorbei. Um vier Treffpunkt in der Lobby. Berichterstattung über die Erlebnisse des Teams.

     Ausblick auf die Küstenstadt Vung Tau
     Leuchtturm
     
     

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    Eindrücke und Erlebnisse vom Team

    Holger war gerade auf dem Weg zur Jesusstaue, als er ein seltsames Krächzen aus einem Hinterhof hörte. Er sah eine junge Frau, die einen sechs Wochen alten Papagei mit einer Schaufel fütterte. Der Anblick erfreute ihn. Vögel sind hier sehr selten.
    Siegfried brachte mich wieder zum Schmunzeln. Ihm fehlte es an Bewegung. Unser Marathonläufer hat die Landschaft am Meer sehr genossen. Ich ziehe meinen Hut vor Siegfried. Während wir froh waren, etwas ausspannen zu können, legte er eine Strecke von sieben Kilometern zurück. Respekt!
    Robert verbrachte ebenfalls ein wenig Zeit am Strand. Die kleinen Krebse hatten sein Interesse geweckt. Er wollten einen fangen. Vergeblich. Erst mit viel Geduld und Mühe ist es ihm gelungen.
    Truc und Long haben die Ausfahrt mit den Mopeds sehr genossen. Während Truc der wenige Verkehr am besten gefallen hat, fand Long es recht langweilig. Ihm fehlte die Action auf der Straße. Für ihn war es auch das erste Mal, zusammen mit einem so starken Mann wie Rigo mit dem Moped zu fahren. 200 Kilo Gesamtgewicht! 
    Und unser Rigo? Er war traurig, weil ihm keine Lampenrarität während der Fahrt in die Hände geflogen ist. Kopf hoch, Rigo! Die Fahrt mit dem Motorroller hat ihn sehr beeindruckt. Vor allem, weil wir an Orte gekommen sind, die zu Fuß für uns nicht erreichbar gewesen wären. Während der Fahrt packte ihn ein Mann an den Armen und sagte "Vorsicht vor Diebstahl bei der Fahrt! Ihre Kamera." Eine sehr freundliche Geste, wie Rigo findet.
    Barbara und Sven waren ebenfalls bei der Statue. Beide sind sogar hoch auf die Arme von Jesus gelaufen. Die Treppe war einspurig und schmal. Bei Gegenverkehr hieß es Bauch einziehen. Die Anstrengung hatte sich gelohnt. Den Ausblick auf Vung Tau werden sie nie vergessen. Werner blieb lieber am  Boden. Er begeisterte sich an den vielen religiösen Skulpturen und Bildern. Die Figuren schildern die Geschichte zum letzten Abendmahl und weitere Höhepunkte aus dem alten Testament. Tam und Enrico hatten für uns ein Abendessen am Strand organisiert. Frische Dinge aus dem Meer und sogar ein Lagerfeuer sollte es geben. Abwarten, wie weit die Theorie von der Praxis abweicht.

    Vietnamesische Frauen baden im Meer - Schutz vor der Sonne durch Kleidung 
     Ein sechs Wochen alter Papagei bei der Fütterung
     
     

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    Meine Entdeckung des Tages: Finde den Fehler!


    Der Fußgängerüberweg endet an einer Hecke 


    Letztes Abendmahl in Vung Tau

    Die letzten Stunden am Meer. Das Essen am Strand war hervorragend. Nur das Lagerfeuer hatte nicht geklappt - es war zu windig. Morgen früh treten wir unsere letzte Reise in Vietnam an - die Fahrt zurück nach Ho Chi Minh Stadt. Dort habe ich noch viel vor. 



    Monique Pierard, 3/12/2015 4:45:00 PM Uhr
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    Hallo Monique, ein interessanter Blog. Fahrt Ihr auch zu den Kaffeeplantage (Arabica!) in der Provinz Quang Tri, die in den 1990ern bis Anfang 2000er auch mit dt. EZ (GTZ, heute GIZ) weiter ausgebaut wurden und Beratung in der Veredelung der Kirsche erfolgte? Da gab es sogar eine Kooperation mit namhaften (und in Deutschland bekannten Kaffeevermarktern) in Form eines PPP (war damals noch sehr neu). Dieses, von (Gesamt-)Deutschland geförderte Projekt war die Weiterführung eines DDR-Projekts, dort geht es u.a. auch um Pfeffer (da ist VN mittlerweile auch Exportweltmeister). Evtl. kennt Hr. Kaulfuß es auch, Standort Tan Lam - Quang Tri. Ich selbst habe dort auch ein paar Jahre mitgewirkt... Weiterhin viel Erfolg + tolle Impressionen in Vietnam. VG, Tobias Barisch
    Tobias Barisch, 3/13/2015 12:21:58 AM Uhr
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    Unser Ausflug mit dem Moped

    Monique Pierard, 3/13/2015 2:16:33 PM Uhr via YouTube
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    Ein Ausblick auf Ho Chi Minh City

    Ho Chi Minh City bei Nacht (Quelle: Rigo Richter) 


    Monique Pierard, 3/13/2015 5:05:00 PM Uhr
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    Liebes Media-Team, lesen wir da zwischen den Zeilen gewisse Einschränkungen? Eigene Erfahrung kenn ja Auswirkungen gewisser Eigenbrödler in Einparteien-Diktaturen. Kommen im Land politisch kritische Fragen schlecht oder nicht an? Können über die Internetzugänge alle Websites erreicht werden oder sind staatliche Filter/ Bremsen aktiv? Dürft Ihr völlig frei berichten? Was ist aus Doi Moi, dem politischen Öffnungsprozess geworden? Gerade melden westliche Medien,
    die Gerda wieder, 3/14/2015 1:09:24 AM Uhr
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