Liveblog Sachsen-Anhalt

Kaffee-Blüte in Vietnam

Die Menschen im Osten Deutschlands haben traditionell eine enge Bindung zu Vietnam: Viele Vertragsarbeiter sind zu DDR-Zeiten Arbeitskollegen, Weggefährten oder sogar Freunde gewesen – auch im ehemaligen Kaffeekombinat Halle. Doch wie sieht der Alltag der Vietnamesen aus, wie lebt die Bevölkerung, wovon träumt die Jugend und was ist aus dem Kaffeeproduzenten für die ehemalige DDR geworden? Monique Pierard ist mit einem MDR-Fernsehteam vor Ort und schildert täglich ihre Eindrücke und Erfahrungen.

  • Stift, Notizblock, Kamera und Ich!
    Meine Reise nach Vietnam

    Wo fange ich am besten an? Und wie? Gedanken sortieren. Fangen wir ganz von vorn an!

    Mein Name ist Monique Pierard, ich bin 28 Jahre alt und komme aus dem Burgenlandkreis. 
    Nach meinem BWL Studium zog es mich nicht in die große weite Welt, um Karriere zu machen. Ich liebe das Landleben und dem bin ich bis heute treu geblieben. 
    Meine erworbenen Kenntnisse konnte ich im Anschluss in der Kaffeerösterei Moness in die Praxis umsetzen. Hier begrüße ich seit über 3 Jahren unsere Gäste. Meine Einsatzbereiche sind vielseitig - von Personal- und Einsatzplanung, Buchhaltung und Marketing bis hin zum internationalem Handel von Roh- und Röstkaffee.

    Durch Recherchen beim Import von Kaffee aus Vietnam bin ich auf die damalige Beziehung der DDR und Vietnam bezüglich des Kaffeeanbaus aufmerksam geworden. Die geschichtlichen Hintergründe faszinierten mich so sehr, dass ich mich an die Mitteldeutsche Zeitung gewandt habe, um das Thema an die Öffentlichkeit zu tragen. Ein Artikel hatte zur Folge, dass sich auch der MDR dafür interessierte und nun sogar eine 30 minütige Vor-Ort Reportage in Vietnam geplant ist.

    Aber was hat das Ganze mit mir zutun?

    Ich interessiere mich schon lange für asiatische Länder, deren Geschichten, Kulturen und Gebräuche. Als Rucksacktouristin war ich bereits 2009 in Japan unterwegs und letztes Jahr beruflich in Thailand. Nun möchte ich auch mehr über Land, Leute, Historie und natürlich den Kaffeeanbau in Vietnam erfahren. Nicht aus Büchern, sondern direkt vor Ort. Und ich möchte Euch daran teilhaben lassen. Deshalb fliege ich, zusammen mit einem Drehteam vom MDR für 10 Tage nach Vietnam, berichte täglich über diesen Blog von unserer Reise und greife weitere, landesspezifische Themen auf. 

    Mein aufgeschlossener Charakter und meine journalistische Ausbildung werden mich dabei tatkräftig unterstützen! :)

    Uuups - Ich kann ja gar kein Vietnamesisch?!

    Deshalb habe ich die deutsch-vietnamesische Uni in Ho Chi Minh City kontaktiert. Ergebnis: 2 junge Studenten begleiten uns als Dolmetscher während dieser Zeit.

    Am 04. März 2015 geht´s los! Rein in den Flieger und ab ins rund 9.400 km entfernte Vietnam. Ich bin gespannt, was uns alles erwarten wird!
    Fragen rund um Vietnam nehme ich gern entgegen. Ich versuche diese innerhalb der 10 Tage für Euch zu beantworten. Auch in Vietnam bin ich nur einen Mausklick entfernt!

    Eure Monique


    Monique Pierard, 2/28/2015 11:14:00 PM Uhr
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  • Der Countdown läuft 
    Noch 3 Tage bis zur Abreise!

    Es ist nicht mehr lange bis März. Wir haben noch viel zu planen!

    Im Oktober habe ich über diesen Satz gelacht. Jetzt bin ich froh, dass wir so zeitig mit der Organisation angefangen haben. Nachdem nun ALLE, scheinbar unüberwindbaren Hürden gemeistert sind, können wir getrost am 04. März in den Flieger steigen und unserem geliebten Deutschland für 10 Tage den Rücken kehren.

    Vorbereitung ist das A und O

    Natürlich! Ich war wieder die Erste, die bei der Aufgabenverteilung im Oktober "Hier! Ich organisiere!" geschrien hat. Nichts leichter als das (dachte ich). Mit asiatischen Ländern kenne ich mich aus. Da werde ich wohl auch eine Auslandsreportage in Vietnam organisieren können. Zugegeben - was das für Ausmaße annehmen kann, habe ich nicht bedacht.
    Als erstes stand auf meiner Liste: Finde 2 deutschsprachige, vietnamesische Studenten, welche uns während der Reise als Dolmetscher begleiten. Eine Ausschreibung an der Universität in Ho Chi Minh ermöglichte dies. Unsere Reisegruppe umfasst nun eine beachtliche Größe von 12 Personen. Immerhin hatte mehr als die Hälfte einen gültigen Reisepass :)
    Ich war beruhigt. Das Drehteam auch. Läuft!

    Schnupperkurs für Anfänger

    Am 08. Januar war es weit - unser erstes großes Meeting. Ich dachte an die Zusammenführung meiner Kaninchen. Einfach das Fell mit Zwiebel einreiben, dann attackieren sie sich schon nicht. Auf die Zwiebel habe ich dieses Mal lieber verzichtet. Nach der ersten Beschnupperung konnten sich alle gut riechen. Prima!
    Ich hielt ein paar einleitende Worte zum Reiseablauf. Ich erwähnte auch eine Auslandskrankenversicherung. Starre Blicke beantworteten meine nicht gestellte Frage. Wusel-Alarm im Kaninchenstall. Fragen durchströmten den Raum. An was man nicht alles denken muss?!

    Was, wenn wir das Essen nicht vertragen? Oder der viele Reisschnaps uns Probleme bereitet? Oder ein tollwütiges Tier uns beisst? Oder wenn einer an Malaria erkrankt? Oder noch schlimmer - wenn es keine Schokolade gibt?

    Okay zugegeben - Vorsorglich habe ich mir für den Notfall ein Speckpolster angefuttert. Und auch für andere, diverse Bedürfnisse und Problemchen gibt´s nun ein Survival Medi-Pac :) 
    Die Gruppe war beruhigt. Ich war es auch. Läuft! 

    Vorsicht vor der Nachteule

    Unzählige Mails nach Vietnam. Viele, verwirrende Telefonate. Nächtliche Sitzungen an der Routenplanung. Nicht zu vergessen, mein Job im Café. Kurz gesagt: Ich hatte bereits eine Zeitumstellung von +6 Stunden durchgemacht. Ich war zur Nachteule mutiert :( 
    Schlafstörungen gab es gratis dazu. Stimmungsschwankungen und Augenringe bis zu den Knien gehörten zu meinem Leben. Für normale Gespräche kaum zu gebrauchen. Eulen reden nicht!

    Und dennoch, es ist vollbracht! Drehgenehmigungen im Sack. Flugtickets und Hotels erfolgreich gebucht. Gastgeschenke fertig. Und tatsächlich haben es alle geschafft, mir ihre Auslandskrankenversicherung zu kopieren. Vietnam, wir kommen! 
    Meine Stimmung ist auf höchstem Niveau. Augenringe verschwunden. Schlaf ist tief und fest. Läuft!

    Danksagung 

    Zum Schluss kann ich nur nochmal betonen: Ohne die Zuarbeiten vom Drehteam, meinen vietnamesischen Freunden und unseren Dolmetschern, hätte ich es zeitlich nicht geschafft, die Reise zu planen. Vielen Dank für die Unterstützung! Das hat uns als Team noch mehr zusammengeschweisst - eine gute Basis für Vietnam! 

    Monique Pierard, 2/28/2015 11:14:00 PM Uhr
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  • Unsere Reiseroute in Südvietnam

    Monique Pierard, 3/1/2015 1:14:00 PM Uhr
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  • Noch 2 Tage bis zur Abreise!
    Unser Team


    Um meine Aufregung etwas zu dämpfen, nutze ich die Gunst der Stunde für eine "kleine" Vorstellungsrunde des gesamten Teams.


    Holger (Kameramann) – Der stets gut gelaunte Holger ist ein Urgestein des MDR! Seit 1992 ist er als Kameramann tätig und gehört förmlich zum Inventar des Senders. Er interessiert sich nicht nur für Geschichte, Kunst und Architektur, sondern ist immer offen für innovative und moderne Geschehnisse in seiner Umgebung. Er bereichert das Team durch seine guten Ideen und strahlt durch seine Kameradschaftlichkeit.

    Kameramann Holger 


    Sven (Redakteur) – Die Sprache ist seine Kunst. Seine angenehme Art eine Gabe. Als Autor und Reporter ist er seit 2006 fester Bestandteil des MDR und gern gesehen bei jung und alt. Durch seine Sprachgewandtheit und seine objektive Betrachtungsweise findet er stets die richtigen Worte. Weiterhin punktet er mit einem breiten Spektrum an Wissen, welches er sich durch viele Reisen aneignen konnte. Bei „Wer wird Millionär“ wäre er mein Telefonjoker! 

     Redakteur Sven


    Rigo (Assistent)
    – Mit Ton-, Schnitt- und Lichttechnik kennt er sich bestens aus! Apropos Licht -  als begnadeter Lampenfreak hat er wohl mit über 10.000 Stück die größte Lampensammlung deutschlandweit. Wenn er nicht gerade nach neuen Raritäten sucht, arbeitet er als Dozent in der Medienanstalt Sachsen Anhalt (Halle). Hier bietet er lehrreiche Kurse rund um das Thema Film- und Videoproduktion an.
     Assistent Rigo


    Monique (Redakteurin) – „Frisch, fromm, fröhlich, frei“ lautet ihr Lebensmotto. Die Diplom Ökonomin liebt nicht nur Zahlen und Fakten, sondern beschäftigt sich auch gern mit fremden Kulturen, Gebräuchen und Sprachen. Soziale Kontakte verstreut über den Erdball hält sie aufrecht. Das quietschvergnügte Redaktionsküken ist als freie Mitarbeiterin für den MDR tätig und für jeden Spaß zu haben.

    Redakteurin Monique 


    Robert (Assistenz) - Der bodenständige BWL Student schreibt derzeit an seiner Bachelorarbeit und genießt die Zeit vor dem Berufseinstieg. Familie und Freunde kommen trotz Studium nie zu kurz. Bei Dreharbeiten packt er immer mit an. Er interessiert sich für wirtschaftliche Entwicklungen und ist fit am PC. Berührungsängste tabu. Ein echter Freigeist!

    Assistent Robert


    Tam (Organisation) – Seit über 30 Jahren lebt der gebürtige Vietnamese zusammen mit seiner Frau und seinen 2 Kindern in Thüringen. Seine Verbindung zum Heimatland ist jedoch nie abgerissen. Er betreibt einen regen Handel zwischen Vietnam und Deutschland. Zusammen mit Enrico bereiste er verschiedene Kaffeeplantagen in Vietnam.

    Tam 


    Enrico (Kaffeeexperte)– Er ist ein wahrer Traumtänzer des Lebens. Als gelernter Kfz-Mechaniker Meister ist er ein echter „Maschinenflüsterer“. Seine Leidenschaft für Kaffee und alte Maschinen machte er sich zum Beruf. Seit 2005 röstet er feinsten Kaffee mit einem traditionellen Trommelröster. Bei seinem Auto hingegen beruft er sich auf das Sprichwort: "Der Schuster hat die schlimmsten Schuhe".

    Enrico 


    Siegfried (Zeitzeuge) – Der Experte war zur DDR-Zeit an der deutsch-vietnamesischen Kaffee-Kooperation beteiligt. Die Kontakte zu seinen ehemaligen deutschen und vietnamesischen Arbeitskollegen sind nie abgebrochen. Er betont heute noch, dass der Erfolg auf den Fleiß bzw. die Einsatzbereitschaft der Vietnamesen zurückzuführen ist.

    Siegfried


    Barbara und Werner – Ausgehen, Spaß am Leben haben und reisen. Zwei "stille Urlauber" während unserer Tour. Zusammen meistern sie jede Hürde. Mit Barbara an seiner Seite, begibt sich Werner auf Spurensuche in Vietnam. Während seiner Studienzeit hatte er viele, vietnamesische Studienkollegen als Freunde. Diese würde er gern wiedersehen.

    Barbara und Werner 

    Truc (Dolmetscherin)
    - Die junge Vietnamesin studiert "Deutsch als Fremdsprache" an der Universität in Bielefeld. Sie liebt Bücher und Musik, unterrichtet Deutsch als Dozentin an der Nationaluniversität in Vietnam und hilft ehrenamtlich bei Organisationen zur Förderung krebskranker Kinder.

    Long (Dolmetscher) - Er studiert Global Production, Engineering and Management an der deutsch-vietnamesischen Universität in Ho Chi Minh City und unterrichtet ebenfalls Fremdsprachen. Für verschiedene Projekte war er bereits mehrmals in Deutschland.

    (Aktuelle Bilder unserer Dolmetscher folgen)
    Monique Pierard, 3/2/2015 1:00:00 PM Uhr
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  • Interview Truc

    Monique Pierard, 3/3/2015 1:00:00 PM Uhr
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  • Letzter Tag!

    Die Stunden sind gezählt

    Was mir jetzt gerade durch den Kopf geht? Wie ich mich fühle? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Es ist eine Mischung zwischen Aufregung, Panik und Gelassenheit. Panik allerdings nur, weil ich es bis jetzt nicht geschafft habe, meinen Koffer zu packen. Typisch. Aber während ich hier noch dick eingehüllt im Wollmuff sitze, muss ich mich langsam auf 30 Grad einstellen - gemein oder? 

    Aaach, ich packe einfach später. Sehr geehrte Frau Panik, ich habe erst in zwei Stunden einen Termin mit Ihnen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

    Malerische Eindrücke

    Um noch mehr Farbe in die kommenden zehn Tage zu bringen, nehme ich Staffelei, Leinwand und Pinsel mit nach Vietnam und male, was das Zeug hält. Nein quatsch, natürlich nicht. Kunst war noch nie meine Stärke. Aber die Idee fand ich gut. Der Maler Gerhard Sachse aus Mücheln übrigens auch. Ihm schicke ich während unserer Reise meine Eindrücke in kurzen Schlagwörtern. Anschließend verarbeitet er diese Informationen künstlerisch von Deutschland aus zu tollen Bildern. Auch meine Schulfreundin Stephanie wird mich künstlerisch tatkräftig unterstützen. "Dinge, die mir vor die Füße fallen" werde ich für sie sammeln und ihr im Anschluss an die Reise übergeben. Auf die Ergebnisse bin ich sehr gespannt. Und ihr sicher auch! Deshalb wird es im Laufe des Jahres eine Ausstellung dazu geben. Wo und wann ist noch nicht bekannt. Aber ihr werdet es rechtzeitig erfahren. "Hier! Ich organisiere!"  ;-)

    Zwischen Weser und Ems fand ich SIE

    Meine Lieben, haltet Euch fest! Bielefeld existiert wirklich! Am 07. Februar konnte ich mich davon selbst überzeugen. Die "Bielefeldverschwörung" ist widerlegt. Ein schöner Nebeneffekt meiner eigentlichen Fahrt - denn hier habe ich die Dolmetscherin Truc besucht. Mit dem Mikro in der Tasche ab ins 345 km entfernte Bielefeld. Treffpunkt: Spanisches Lokal, wo auch sonst :-) Wir hatten beide Hunger und kaum Zeit für erste Gespräche. Aber nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten, ging´s auf direktem Weg in die Bielefelder Uni für ein kleines Interview.

    Truc und Monique vor der Uni in Bielefeld 

    Anlass meines Besuches waren noch viele, offene Fragen bezüglich Vietnam. Wann geht die Sonne auf? Und wieder unter? Welche Temperaturen erwarten uns? Wie verhält es sich mit dem Wind? Werde ich ihre Familie kennenlernen? Und und und... 

    Resümee: Das Eis war gebrochen. Alle Fragen geklärt. Mit unseren Brillen ergänzen wir uns!
    Truc ist eine sehr nette, junge und verantwortungsbewusste Frau mit vielen spannenden Geschichten über ihr Heimatland. Wenn es nach mir gegangen wäre - ich würde heute noch in Bielefeld sitzen und ihr lauschen. (Da fällt mir wieder mein leerer Koffer ein...!) 
    Ich bin wirklich froh, so ein tolles Mädchen an meiner Seite zu haben. Und noch besser: Sie ist ein echter Fußballfan! Hört es Euch selbst an! Pluspunkte auf der Sympathieskala.

    Endspurt 

    Frau Panik ist jetzt da. Ich mache es kurz und schmerzlos. Rückmeldung gibts wenn der Koffer gepackt ist. Kurzfristige Ratschläge für "Ich packe meinen Koffer und nehme mit..." nehme ich gern (ab jetzt!) entgegen.

    Grüße, Monique
    Monique Pierard, 3/3/2015 1:00:00 PM Uhr
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  • So einfach geht´s :-)

    Monique Pierard, 3/3/2015 7:01:24 PM Uhr
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  • Ich wünsche allen "Kaffeefahrt" Teilnehmern viel Erfolg und freue mich auf alle Info's, sowie eine gesunde Heimkehr. Dann auf einen Kaffee in Balgstädt.
    Heinz Schmeißer, 3/4/2015 8:05:20 AM Uhr
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  • Ich habe Anfang des Jahres von Herrn Pierard von dem Treffen mit den einstigen Kaffeeexperten der DDR bei einer Tasse Kaffee im Cafe Balgstädt erfahren und es hat mich sehr interessiert. Habe mich über den Beginn und dem heutigen Stand in Vietnam informiert.
    Heinz Schmeißer, 3/4/2015 8:05:21 AM Uhr
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  • Letztes Heimatbild.

    Monique Pierard, 3/4/2015 12:35:01 PM Uhr
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  • Grüße an das ganze Team. Die Bedingungen sind vielleicht anstrengend:
    Gerda Lumbsky, 3/5/2015 3:26:49 PM Uhr
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  • Ankunft in Ho Chi Minh Stadt

    Wir sind endlich angekommen! Nach elf Stunden Flugzeit, wenig Schlaf, aber dafür reichlich Nudelsuppe, sind wir gegen 07:00 Uhr (Ortszeit Vietnam) am Flughafen von Ho Chi Minh City gelandet. Ein Lächeln konnte sich keiner verdrücken, als der Pilot sagte: "Herzlich Willkommen in Ho Chi Minh City. Die Sonne scheint und es sind 26 Grad." Ein gutes Gefühl, wenn die dicke Strickjacke in den Rucksack kann. Kaum hatten wir das Flugzeug verlassen, stand auch schon Tam bereit für eine herzliche Begrüßung. Die Ausstellung der Visa und die Passkontrolle verlief zügig. Unsere Koffer standen zur Abholung bereit. Truc und Long erwarteten uns sehnsüchtig vor dem Flughafengebäude. Perfekt. Es hätte nicht besser laufen können. Die Gruppe war nun vollzählig und bereit für die nächste Etappe. Aufgeteilt in unserem Mietwagen fuhren wir in Richtung Buon Ma Thuot.

     Long und Truc 

    Lärm, Gerüche und spontanes Händeschütteln

    Ich betone gleich am Anfang - es war keine Rushhour. Dennoch waren so viele Motorroller unterwegs, dass wir mit unserem Mietwagen eine eigene Straße gebraucht hätten. Verkehrsregeln konnte ich nicht deuten. Ampeln für Fußgänger haben wohl keine Bedeutung. Augen zu und durch. Für fünf Kilometer Fahrtweg einfach eine gute, halbe Stunde einplanen. Dann ist man auf der sicheren Seite.
    Der Lärm sämtlicher Hupen auf den Straßen drang durch jede Ritze unsere Autos. An Schlaf war nicht zu denken. Die Stadt ist hektisch. Strahlt dennoch eine Ruhe aus. Zwischen den vielen Einkaufshäusern und Kreisverkehren taucht immer wieder ein "Urwald voller Palmen" auf. Saftiges grün, soweit das Auge reicht. Und obwohl der Smog auf die Stadt zu drücken scheint, roch es für mich überall nach Blumen und feuchtem Lehm. Diese Mischung hat mir sofort gefallen. Ich fühlte mich, mal abgesehen vom Schlafmangel, wunderbar. Nach einer Stunde Autofahrt in Ho Chi Minh City, hielten wir vor einem hohen Gebäude an. Der Generaldirektor vom vietnamesischen Kaffeekonzern "Vina Cafe" wollte uns persönlich empfangen. Was für eine Überraschung! Schnell noch das zerzauste Haar richten. In einem Konferenzraum wurden wir bereits erwartet. Freundliches Händeschütteln, eine Begrüßungsrede vom Generaldirektor und ein strahlender Herr Siegfried Kaulfuß, denn er, der Generaldirektor und die Vertreter der Firma kennen sich bereits seit mehreren Jahren. Die Freude war auf beiden Seiten groß. Nach einer Tasse Kaffee und den vielen Glückwünschen für unsere Reise, fuhren wir weiter in das rund 330 Kilometer entfernte Buon Ma Thuot.
    Herr Siegfried Kaulfuß, ein Vertreter der Firma "Vina Cafe" und der Generaldirektor von "Vina Cafe" Nguyen Nam Hai (von links nach rechts) 
    Begrüßung von "Vina Cafe" in Ho Chi Minh City
     
     

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    Abfälle am Boden reparieren keine Straßen

    Ich glaube, jeder von uns hat es getan. Ein Nickerchen. Und was sich wie eine halbe Stunde Schlaf anfühlte, war in Wirklichkeit nicht mehr als fünf Minuten. Dann meldete sich der Magen wieder zu Wort. Hunger. Unser letztes Essen lag bereits einige Stunden zurück und wir hatten große Lust auf echtes, vietnamesisches Essen. Unser Fahrer setzte den Blinker. Rechts ran, alle aussteigen! Ein kleines Lokal direkt an der Straße. Sturz auf die Glasvitrine. Das Essen sah gut aus und roch noch besser. Wir beschlossen, von allem etwas zu bestellen.
    Die Eier wollte keiner essen. Es kursierte das Gerücht am Tisch, dass es sich um "angebrütete" Eier handelt. Holger und ich waren tapfer. Ei mit Stäbchen halbgestochen und rein in den Mund. Es war zwar sehr fest, aber dennoch bekömmlich und lecker. Keine Sorge, es war nur ein hartgekochtes Ei. Wir freuten uns jetzt schon auf das Abendessen.

     Vietnamesisches Essen
    Die Vietnamgruppe zu Tisch 
     
     

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    Die Mägen waren gefüllt. Für die benutzen Papierservietten suchte ich (vergeblich) einen Abfalleimer. Die nette Bedienung kam auf mich zu und zeigte mit einer freundlichen Handbewegung auf den Fußboden. Dann sah ich es auch. Müll kommt auf den Boden. Danach kommt wieder eine Bedienung und wischt alles weg. Sehr praktisch, finde ich. Wie der Vorschlag wohl bei uns im Café ankommen würde?
    Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es weiter. Ein paar Kilometer hinter dem Restaurant fing eine nicht enden wollende, kaputte Straße an. Teilweise repariert, teilweise komplett weg. Straßenmarkierung fehl am Platz, ebenso wenig wie schwache Nerven, denn eigentlich fährt hier jeder, wie er will. Auch vierspurig, auf einer zweispurigen Straße. Kein Problem in Vietnam. Die Fahrt wäre auch nichts für anfällige Bandscheiben gewesen. 

    Nach einer Anreise von insgesamt 27 Stunden hatte ich das Gefühl, mein Rücken würde zerbrechen. Und ich sehnte mich nach einer kalten Dusche. Gegen 20 Uhr hatten wir es geschafft. Das Hotel in Buon Ma Thuot war erreicht. Erleichterung in allen Gesichtern. Für die nächsten 4 Nächte ist dieses Hotel unser zu Hause. Ich kann es kaum erwarten, meine Augen zu schließen und den nächtlichen Klängen von Vietnam zu lauschen. Gute Nacht.







    Monique Pierard, 3/5/2015 4:02:51 PM Uhr
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  • 11 h Flug, gleich an die Arbeit, wenig Schlaf, Megacity ...Sieht man denn die Straße vor lauter Mopeds? Schmeckt das Essen auch besser oder nur anders als zu Hause?
    Gerda Lumbsky, 3/5/2015 4:03:02 PM Uhr
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  • Hallo Siegfried, gute Reise und bring uns neben deinen Erinnerungen viele schöne Bilder mit. Gruß Petra
    Petra Reimer, 3/6/2015 11:01:38 AM Uhr
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  • Ich wünsche dem Kaffee Team viel Erfolg, wunderbare Erlebnisse und Begegnungen. Ein besonderer Gruss an Siegfried und ich freue mich sehr für ihn, dass er erneut in dem Land weilen kann, dem seit vielen Jahren seine Liebe und Hochachtung gehört. Weiterhin viele Begegnungen mit früheren Weggefährten.
    inge kaulfuss, 3/6/2015 11:01:39 AM Uhr
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  • Kann das Team auf dem Land E-Mails lesen?
    DK, 3/6/2015 11:01:47 AM Uhr
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  • Herzliche Grüße aus Buon Ma Thuot

    Wir befinden uns direkt im Zentrum des vietnamesischen Kaffeeanbaus. Rund 80 Prozent der jährlichen Kaffeeernte stammt aus der Provinz Dak Lak. Der Kaffee in diesen Regionen wird auf ca. 200.000 Hektar Land angebaut. Die gesamte Anbaufläche in Vietnam beläuft sich auf rund 650.000 Hektar. Vietnam zählt somit zu den zweitgrößten Kaffeeproduzenten der Welt und Deutschland ist einer der größten Abnehmer von vietnamesischem Kaffee. Zusammen mit Herrn Siegfried Kaulfuß ging es heute auf die ehemaligen DDR Kaffeeplantagen, die selbst nach über 30 Jahren noch in voller Blüte stehen.

    Feierlichkeiten werden nicht ausgelassen

    Nach dem Frühstück fuhren wir zu den Plantagen des Kaffeekonzerns "Vina Cafe (Viet Duc)". Kurz vor dem Ziel noch ein kleiner Abstecher. Die Vertreter der Firma Viet Duc leiteten uns in einen Festsaal. Laute Musik, Frauengesang? Ja, es gab etwas zu feiern, denn heute ist Frauentag in Vietnam! Die Damen machen daraus sogar eine richtige Party. Es wurde gesungen, getanzt und gelacht. Selbstverständlich in traditioneller Kleidung (ao dai). Die Arbeiterinnen der Firma hatten sichtlich Spaß an dem Fest. Unsere Anwesenheit hatte sich rumgesprochen. Das gesamte Team, insbesondere Herr Siegfried Kaulfuß, wurde gebührend empfangen. Eine Begrüßungsrede gehört in Vietnam immer dazu. Siegfried hatte den besten Platz. Erste Reihe. Gleich neben Truc und den wichtigsten Vertretern der Firma. Wieder ein bewegender Moment für Siegfried. Barbara saß mit Enrico auch an der Front. Neben ihnen eine vietnamesische Frau. Erst später erfuhr ich, warum sie bei ihnen saß. Aber es gab noch einen weiteren Höhepunkt. Da Truc, Barbara, die noch fremde Vietnamesin und ich, auch zu der weiblichen Rasse zählen, bekamen wir feierlich einen Blumenstrauß überreicht. Wirklich eine schöne Geste. Zum Abschluss gab es noch einen leckeren Kaffee im Konferenzraum von Viet Duc. Nach der sehr herzlichen Verabschiedung und zwei kleinen Fans, die mir für ein gemeinsames Foto auflauerten, verließen wir das Gebäude. 


    Frauentag in Buon Ma Thuot - Truc und Siegfried sitzen First Class 
    Vietnamesische Frauen singen zum Anlass 
    Enrico und Barbara lauschen dem Gesang der vietnamesischen Frauen 
     
     

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    Eben noch wunderbare Klänge, doch was ist das? 


    Geräusch 
    von Monique Pierard


    Lampen- und Insektenfreund Rigo wusste sofort, was dieses ohrenbetäubende Geräusch erzeugt.
    Zirpende Zikaden! Wobei das Zirpen drei Mal so laut war, wie die Hupen in Ho Chi Minh City. Ich habe gedacht ich traue meinen "Ohren" nicht. Und dann haben wir die gut getarnten Tierchen am Baum entdeckt. Dies war nur ein kleiner Schwenk ins Reich der Insekten.


    Zikade (Quelle: Rigo Richter)

    Eine blühende Blume namens Siegfried

    Ab ins Auto. Fahrt zu den Plantagen.
    Angekommen bei den ehemaligen DDR Plantagen, hatte ich das Gefühl, Siegfried fiel ein Stein vom Herzen. "Diesen Weg bin ich so oft gegangen" sagte er und betrachtet dabei das Werk, welches er, zusammen mit weiteren DDR Experten und Vietnamesen, erschaffen hat. Die Kaffeesträucher (Robusta) standen in voller Blüte. 30 Jahre nach der Entwicklungshilfe funktioniert das System weiterhin. Ein Erfolg, auf den Siegfried sehr stolz sein kann! 
    Ich entdeckte eine Biene auf einer Kaffeeblüte. Schnell husche ich zwischen die Sträucher. Gibt es ihn wirklich? Den Kaffeehonig? Leider habe ich heute keine Antwort darauf bekommen, aber ich bleibe am Ball. Meine Träumerei mit den Bienen hatte ein Ende. Ein lautes, herzlichen Lachen. Die Frau von vorhin. Sie spricht. Habe ich mich verhört? Sie spricht deutsch? Ja, sie spricht deutsch! Sie war die damalige Dolmetscherin für Herrn Siegfried Kaulfuß und Kollegen. So viele Jahre ist es nun her, dass Kim Long (67) das letztes Mal deutsch gesprochen hat. Ihr berlinerischer Akzent ist dennoch deutlich hörbar. Sie freute sich sehr über unseren Besuch, vor allem aber über Siegfried. Eine starke Frau. Barbara war fasziniert und wich ihr nicht von der Seite. Ich glaube, daraus könnte sich eine echte Freundschaft entwickeln.
    Die Autos hupten, dieses Mal nach uns. Die Fahrt ging weiter. Unseren Weg kreuzte ein Krankenhaus, welches neben Schulen, Wohnhäusern und Straßen als freiwillige Solidaritätshilfe der DDR erbaut wurde. Es ist noch intakt. Ein Krankenhaus für allgemeine Erkrankungen.

    Kaffeeblüte in Vietnam 
    Siegfried begutachtet die Plantage 
    Eine Biene auf einer Kaffeeblüte - Kaffeehonig? 
    Siegfried und Kim auf vor den DDR Kaffeeplantagen 
    Krankenhaus in Buon Ma Thuot 






    Junges, vietnamesisches Mädchen im Krankenhaus von Buon Ma Thuot 


    < 3/6/2015 7:00:00 PM20:00







     
     

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    Nächster Stopp. Ein noch intaktes, von der DDR erbautes Kaffee-Gelände. Alte Maschinen und Geräte, wie ein Elektromotorenwerk aus Wernigerode, ein Elektronikschaltkasten aus Grimma, ein Traktor sowjetischer Bauart und ein HW 80 Anhänger, sind hier zwar in die Jahre gekommen, aber dennoch Zeitzeugen wie Siegfried, für die effiziente Entwicklungshilfe aus Deutschland. Nach und nach werden diese Maschinen durch neue ersetzt. Die Plaketten sind sehr gut zu erkennen. Ich fühle mich zu Hause.
    In den Lagerhallen befindet sich der bereits sonnengetrocknete Rohkaffee. Die Ernte im November 2014 fiel schlecht für die Vietnamesen aus. Fehlende klimatische Bedingungen, wenn man sie brauchte und umgekehrt. Dieses Jahr soll es besser werden. Enrico ist in seinem Element. Am Sortiertisch hält er Vorträge über Rohkaffee, dessen Beschaffenheit und charakteristische Merkmale. Über den vietnamesischen Kaffee kann er nur Gutes berichten. Seit der Zusammenarbeit mit Vietnam ist er von der Qualität des Rohkaffees überzeugt. Er erinnert sich noch, wie er zu den alten DDR Plantagen kam.


    Enrico spricht über den Vietnam-Kaffee 
    von Monique Pierard



    Enrico und Barbara am Kaffee-Sortiertisch 
    Feinste Bohnen aus Vietnam 
    Elektromotorenwerk aus Deutschland 
    Elektro-Schaltkasten aus Deutschland 
    Plakette im Schaltkasten 
    Alter Traktor, sowjetische Bauart mit HW 80 Anhänger auf dem Kaffeegelände
    Plakette vom Anhänger 
     
     

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    Typisch. Der kleine Hunger machte sich bemerkbar. Genau die richtige Zeit für eine Pause. Die Mittagssonne war nur schwer ertragbar. Ein Restaurant war wie immer nicht weit entfernt. Auf die Stäbchen, fertig, los! Abfall unter den Tisch. Das haben wir schon gelernt.

    Anfertigung einer Frühlingsrolle 
    Handgemachte Frühlingsrolle 
     
     

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    Nach dem Essen wieder ins Auto. Zurück zum Hotel. Kein Feierabend. Impressionen der Stadt einfangen. Gute Zeit gewählt, denn ab 17 Uhr fängt das Leben auf den Straßen in Vietnam erst richtig an. Die Straßen werden umfunktioniert zu kleinen Marktplätzen. Obst, Gemüse, Hühnerbeine, Eingeweide, Nudeln und Handyhüllen werden verkauft. Mittendrin hupende Motorroller. Die Vietnamesen freuen sich über uns und lassen sich gern fotografieren. 
    Lange hält man es hier trotzdem nicht aus.
     Der Lärm und die vielen Gerüche verursachen Kopfschmerzen. Ab ins Hotel, an meinen Arbeitsplatz.


    Motorroller auf den Straßen von Buon Ma Thuot 
    Verkaufsstände auf den Straßen 
    Hühnerbeine 
    Frauen verkaufen ihre Waren auf den Straßen 
    Vietnamesisches Mädchen  
    Vietnamesische Frau verkauft Erdbeeren 
    Mein Arbeitsplatz
     
     

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    Monique Pierard, 3/6/2015 4:54:42 PM Uhr
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  • Eins, zwei, drei - Prost! 

    In Buon Ma Thuot stoßen wir auf die Gesundheit an. Das Video dazu gibt es über folgenden Link zu sehen. 

    Monique Pierard, 3/6/2015 4:59:10 PM Uhr
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  • Balgstädt grüßt Vietnam. Wir vermissen euch und lesen täglich den Online-Blog. Interessant, interessant! Wir wären gern dabei - aber können hier nicht weg, denn ab Morgen sollen sommerliche Temperaturen hier vor Ort herrschen. Wir halten die Stellung. Liebe Grüße und bis bald.
    Moness Team, 3/6/2015 5:34:05 PM Uhr
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  • Xin chào - Hallo

    Truc und ich verlassen heute das Drehteam, um den Nationalpark Yok Don zu besichtigen. Dieser befindet sich an der Grenze zu Kambodscha und hat nicht nur seltene Tiere oder Berge zu bieten, sondern auch das kleine Dorf Ban Don. Hier lebt eine laotische Volksgruppe, auch bekannt als die legendären Elefantenjäger. Im Anschluss daran besuchen wir einen buddhistischen Tempel. 
    Ich freue mich auf die Berichterstattung.
    Monique Pierard, 3/7/2015 3:00:00 AM Uhr
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  • Hallo Monique - bist du schon einem Weasel begegnet und hast ihm bei der "Arbeit" zugesehen? Ich freue mich schon auf die Berichterstattung - in Balgstädt, im Café Moness - gemütlich vorm Kamin mit vietnamesischem Essen und Reiswein.
    Manuel Nikisch, 3/7/2015 10:36:57 AM Uhr
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  • Vielen Dank für die ständigen Info's. Ich lese bzw. höre immer mit und bin auf die nächsten Tage gespannt.
    Heinz Schmeißer, 3/7/2015 10:36:59 AM Uhr
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  • Vorerst noch eine kleine Korrektur: Der gestrige Frauentag war "nur" eine Vorbereitung auf den morgigen Frauentag. Ich muss wohl etwas falsch verstanden haben. Kommunikation ist schon nicht so einfach. 

    Unser Besuch im Dorf Ban Don

    Morgens halb zehn in Vietnam. Mein Frühstück fiel mager aus. Die Hitze und der wenige Schlaf haben es geschafft, meinen Magen zu verkleinern. Aber ein Kaffee war Pflicht. Ich war froh, als der Fahrer sagte, wir fahren ungefähr eine Stunde bis zum Nationalpark. Powernapping am Vormittag fördert die Konzentration. In dem Auto saßen weiterhin Werner, Barbara, Truc, Frau Thu (Pressesprecherin aus Hanoi) und ich. Einer erzählt immer. Schlaf war minimal.

    Das Dorf Ban Don befindet sich direkt neben dem Nationalpark Yok Don.
    Da es bereits auf der Strecke lag, war unser erster Halt in Ban Don. Die Dorfbewohner waren emsig. Die Geschäfte hatten geöffnet. Barbara lächelte. Zusammen mit Frau Thu kaufte sie sich einen schicken Strohhut. Der Tag war gerettet. Barbara strahlte jetzt so schön wie die Sonne. Truc wie immer eingehüllt. Vietnamesische Frauen wollen nicht braun werden. Während alle sich noch in den Shops umschauten, war ich auf der Suche nach einer laotischen Familie.

    Ich entdeckte einige Familienhäuser, musste allerdings wieder zurück zur Gruppe, da ich mich nicht verständigen konnte. Alle winkten mir zu. Ich sah nur noch einen Strohhut. Barbara hatte es also tatsächlich geschafft, innerhalb der ersten zehn Minuten zu verschwinden. In dem Hutgeschäft fragten wir die Verkäuferin, ob sie Barbara gesehen hat. Sie antwortete: "Die ausländische Frau mit Hut ist schon bei den Häusern". Ihrer Aussage folgten wir. Barbara stand vor einem Haus. Kurzerhand beschlossen wir hineinzugehen. Truc fragte höflich nach. Volltreffer. Ein freundlicher Laote lächelte uns an. 

    Barbara und Frau Thu präsentieren ihr Hüte 
    Zu Gast bei Herrn Ama Yolin - Es gibt Schnaps aus Klebereis
    Werner und Barbara flanieren im Dorf Ban Don 
    Getrocknete Holzstückchen - Tom Trong Atao Nenso - Alternative Medizin
    Das Haus vom Herrn Ama Yolin 
    Truc schützt sich vor der Sonne 
     
     

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    Ein Schnaps für jedes Bein

    Herr Ama Yolin gehört zu einer in Vietnam lebenden, ethnischen Minderheit (Ede). Verheiratet ist er mit einer Frau aus Laos. Sein Schwiegervater (Laote) ist damals aus wirtschaftlichen Gründen nach Vietnam gezogen. Er baute auch das Haus, in dem Herr Ama Yolin heute mit Frau und Kindern lebt. Das Zusammenleben zwischen den Menschen unterschiedlicher Herkunft verläuft harmonisch. Laoten, Minderheiten und Vietnamesen sind gleichberechtigt und respektieren sich gegenseitig. Ich fragte ihn, ob es stimmt, dass die laotischen Frauen das Sagen in der Familie haben. Er lächelte. "Ja, so ähnlich. Alle sind gleichberechtigt. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Die Frauen sind mit den Männern gleichgestellt." Darauf gleich einen Reisschnaps.

    Die Laoten sind sehr gastfreundlich, offen und ehrlich. Bis vor ungefähr 20 Jahren galten sie als talentierte Elefantenjäger. Mit Pfeil und Bogen sollen sie die Tiere erlegt haben. Gut, dass es heute verboten ist. Ich trank mein Glas leer. Der Schnaps schmeckte wie unser Federweisser. "Für jedes Bein einen Schnaps", scherzte Herr Yolin und verabschiedete uns. Vor den Häusern liegen ausgebreitete Planen, darauf Holzstückchen zum trocknen. Alternative Medizin.

    Nationalpark Yok Don - Landschaft im Mittelhochgebirge

    Im Nationalpark angekommen, traf mich der Schlag. Alles vertrocknet! Dabei stellte ich es mir saftig, grün und duftend vor. Im Gegenteil. Überall Rauch und Asche. Es ist Trockenzeit. Seit Oktober hatte es hier nicht mehr geregnet. Regen gibt es frühestens im Mai. Unser Guide schaffte es dennoch, uns einige Pflanzen und Bäume zu zeigen, welche typisch für das Mittelhochland in Vietnam sind. Ein Baum wie der  Giang huong (Pterocarpus macrocarpus) - er wird genutzt zur Herstellung von Schneidebretter, Schalen und Türen. Das Holz ist rötlich gefärbt. Aus der Rinde tropft farbiges Öl, welches wie Spiritus benutzt werden kann. Ein weiteres Symbol für das Mittelhochland ist der Baum Ko Nia (Irvingia malayana). Über ihn existiert sogar ein berühmtes Lied. Eine Frucht, die mir bereits während der Fahrt aufgefallen ist, ist die Jackfrucht. Sie hat einen süßlichen Geschmack und ist sowohl in Süd- als auch in Nordvietnam verbreitet.

    Durch die Nähe zum Äquator gibt es in Südvietnam nur zwei Perioden. Die Trockenzeit (November bis April) und die Regenzeit (Mai bis Oktober). Im Norden existieren hingegen durch die Äquatorentfernung (schwach ausgeprägt) vier Jahreszeiten.

    Der Boden im Nationalpark ist ausgetrocknet und steinig. Die kräftige Sonne entzieht der Erde jegliche Feuchtigkeit. Das Wasser verdampft. Es fehlt, um den nährstoffreichen Boden zu erhalten. Die vertrockneten Blätter fallen darauf. Um den Nationalpark vor Waldbränden zu schützen, wird Feuer mit Feuer bekämpft. Die Laubschichten werden abgebrannt, damit sie nicht zu dick auf dem Boden liegen. Den Bäumen machen die "kleinen" Brände nichts aus. Nur die ungewollten könnten sie zerstören.

    Tiere haben wir nicht gesehen. Nur ein paar Elefanten für die Touristen. Der Nationalpark Yok Don zählt zählt zu den größten Nationalparks in Vietnam mit 115.545 Hektar Land. Der Park versorgt sich selbst über Solaranergie.

    Jackfrucht im Nationalpark 
    Vietnamesischer Elefant - Touristen können auf Elefanten reiten 
    Erfrischung in einem Fluss - Unsere Barbara 
    Unsere Crew im Nationalpark - Guide, Frau Thu, Barbara, Truc und Monique (von links nach rechts) 
    Waldbrand im Nationalpark Yok Don (beabsichtigt)
    Baumharz aus der Rinde des Giang huong Baumes
     
     

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    Ein Buddha kommt selten allein

    Krönender Abschluss des Tages war der Besuch der Khai-Doan-Pagode in Buon Ma Thuot. Diese Pagode ist die größte in Buon Ma Thuot. Sie wurde 1952 von Bao Dai erbaut und war somit die erste Pagode in der Provinz Dak Lak. Rund um das Areal der Pagode gibt es verschiedene Buddha Statuen. Häufig wird der Buddha sitzend auf einer Lotusblüte dargestellt. Der vietnamesische Buddha unterscheidet sich nicht von den anderen asiatischen Buddhas. In den meisten Pagoden trifft man auf drei Stauen - einer für die Vergangenheit, eine für die Gegenwart und eine für die Zukunft. In der Khai-Doan-Pagode entdeckte ich sogar noch eine vierte - Bodhisattva - eine weibliche Gottheit für Harmonie und Gefühl.

    Die Glaubensrichtungen und Philosophien in Vietnam sind Buddhismus, Christentum, Cao Davi und Konfuzianismus. Cao Dai verbindet die verschiedenen Elemente aus den oben genannten Religionen. Das Hauptsymbol ist das göttliche Auge, das aus dem Fenster der Tempelanlagen auf die Erde blickt.

    Truc und Barbara beten in der buddhistischen Pagode in Buon Ma Thuot 
    Außenansicht der Pagode - der weiße Buddha steht für die Vergangenheit, der untere dicke Buddha für die Zukunft
    Kleiner, buddhistischer Mönch in der Pagode 
    Buddha der Vergangenheit 
    Buddhistischer Altar in der Pagode 
     
     

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    Knigge für den Besuch einer Pagode:

    - lange Hose
    - vor der Pagode Schuhe ausziehen
    - Berühre als Frau niemals einen Mönch
    - die Füße dürfen beim Sitzen nie in Richtung Altar zeigen
    - Räucherstäbchen anzünden erlaubt


    Was macht der Rest vom Schützenfest?

    Die Jungs vom Drehteam waren heute mit der Drohne im Gepäck nochmal bei den alten DDR Kaffeeplantagen. Die Luftaufnahmen mit der Drohne sind großartig geworden. Mit Rigo am Steuer kann nichts schiefgehen. Auch die kleine Mini Kamera kam zum Einsatz. Ich bin richtig stolz, weil alles so gut geklappt hat und freue mich auf die Resultate. 

    Die letzten Feinheiten einstellen - Rigo an der Drohne in Buon Ma Thuot ( Quelle: Holger Schmidt )
    Enrico, Sven und Siegfried (von links nach rechts) vor den alten DDR Plantagen - Alle sind zufrieden  ( Quelle: Holger Schmidt )
     Robert und Rigo basteln an der Drohne ( Quelle: Holger Schmidt )
    Die Drohne fliegt ( Quelle: Holger Schmidt ) 
    Rigo lässt die Drohne fliegen ( Quelle: Holger Schmidt ) 
     
     

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    Monique Pierard, 3/7/2015 3:41:00 PM Uhr
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  • Durch die anschaulichen Schilderungen ist man auch aus der Ferne beim GSchehen. Ich freue mich jeden Tag auf neue Erlebnisse. Sehr diplomatisch wie ein Laote die Vormacht der Frauen erklärt. Noch schöner dass verschiedene Religionen auch friedlich miteinander umgehen können. Einen schönen Frauentag an alle Frauen des Teams aus dem fernen Berlin von Inge Kaulfuss
    inge Kaulfuss, 3/7/2015 4:55:32 PM Uhr
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  • Dürfen sich die Daheimgebliebenen etwas wünschen?
    Moness Team, 3/7/2015 4:55:35 PM Uhr
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  • Wenn ja - könntet Ihr ein paar Kaffeepflänzchen (oder Bäume) mit bringen?
    Moness Team, 3/7/2015 4:55:38 PM Uhr
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  • Ich fand die Bilder der Kaffeeblüte wunderschön. Nun meine Frage: Duftet die Blüte?
    Patentante von Monique, 3/7/2015 4:55:43 PM Uhr
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  • Ich wünsche euch weiterhin viele interessante Stunden.
    Patentante von Monique, 3/7/2015 4:55:45 PM Uhr
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  • Liebe Grüße an alle.
    Patentante von Monique, 3/7/2015 4:55:46 PM Uhr
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  • Auch ich verfolge täglich Deine Berichterstattung. Es ist sehr interessant zu lesen was Ihr täglich erlebt. In unserem letzten Kuba Urlaub haben wir auch viele Kaffeeplantagen gesehen. Könntest Du mal Euern Kaffeeexperten Siegfried fragen, ob die Anpflanzung dort auch mit Hilfe der ehemaligen DDR geschah? Liebe Grüße an alle!
    Annett Pfeil, 3/8/2015 11:37:16 AM Uhr
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  • Good Morning Vietnam


    Die Nacht? Kurz! Wecker? Zu leise! 
    07:30 Uhr.
    Schlummerfunktion - nur noch fünf Minuten, dann stehe ich mit Sicherheit auf! 
    Aus den geplanten fünf wurden fünfzehn Minuten. Ich war spät dran. Dabei sollte ich mich heute extra schick machen! Oh Gott - das schaffe ich niemals! Duschen, Haare waschen, Lockenwickler rein, Zähne putzen, Lockenwickler raus, Haare doch lieber glatt. Anziehen. Anziehen? Kleid vergessen! Egal. Alternative suchen. Gefunden. Sprint zum Frühstück. Eine Runde um das Buffet. Raus. Am Fahrstuhl traf ich Barbara und 16 weitere Vietnamesen. Alle rein! Ich habe drei Mal gezählt. 18 Personen im Fahrstuhl! 
    Lobby. 08:30 Uhr. Geschafft! Treffpunkt war 09:00 Uhr - soviel dazu!

    Frauentag - Klappe die Zweite!

    Das gesamte Vietnam-Team wünscht allen Frauen auf dieser Welt einen schönen Frauentag! 

    Truc und ich wurden heute reichlich beschenkt. Die vietnamesischen Männer sind sehr freundlich und zuvorkommend. Alle gratulierten zum Ehrentag. Die schönsten Kaffeeblüten gab es heute nur für uns. Ich fühlte mich wie eine kleine Prinzessin. In Deutschland kenne ich das nicht so. Selbst unser guter Werner hat mir heute jedes Mal aus dem Auto geholfen. Und vor 10 Minuten bekamen wir sogar Blumen von unserem Team. Respekt! 

     Frauentag - Kaffeeblüten für Truc und Monique auf den damaligen DDR Plantagen
     Unsere Frauentagsgeschenke - Vielen Dank!
     
     

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    Die Verjüngungskur ist noch nicht vorbei

    Mit dem Auto fuhren wir nochmal zu den ehemaligen DDR-Plantagen. Für mich ist es jedes Mal eine Bereicherung. Und gerade an diesem Tag - sozialistische, deutsche Geschichte geballt in Vietnam. Die Blüten der Kaffeesträucher dufteten heute besonders lieblich. Ein Hoch auf Clara Zetkin!
    Siegfried deutete auf die Plantagen: "Das hätte es damals bei uns nicht gegeben. Überall Unkraut zwischen den Kaffeebäumen!" Mit einem Lächeln stiegen wir ins Auto und fuhren zum Kaffeekonzern Viet Duc. Wir wurden bereits von den Vertretern der Firma erwartet. Kaum angekommen, fuhren zwei weitere Autos vor. Besuch aus Hanoi und Ho Chi Minh City. Nicht für uns, sondern für Siegfried. Zwei ältere Männer stiegen aus dem Auto und fielen Siegfried um den Hals. Tränen flossen. Gänsehaut pur. Vietnamesen (vor allem Männer) weinen nur im Notfall. 
    Weitere, ehemalige Kollegen von Siegfried hatten von unserem Besuch erfahren und sind extra nach Buon Ma Thuot gereist, um ihren damaligen deutschen Freund zu begrüßen. 


     Siegfried ist berührt - Barbara und Truc stehen ihm zur Seite 
     Eine Überraschung - Herr Nguyen Van Vong kennt Siegfried von alten Fotos, arbeitet ebenfalls für den Kaffeekonzern und hat sogar einige Monate in Leipzig studiert
     Kaffeeblüten-Königin Bärbel ist beliebt! Der aktuelle Generaldirektor von Viet Duc lässt es sich gefallen.
     Beweisfoto - alles fliegt unter den Tisch!
     Auf die Gesundheit - Die Vertreter von Viet Duc und Vina Cafe stoßen gemeinsam mit Siegfried an
    Siegfried bedankt sich mit einer liebevollen Rede. Truc übersetzt für ihn
     Nach vielen Jahren vereint - die Vertreter der Firma freuen sich über Siegfried
     Der damalige, zweite Generaldirektor von Vina Cafe (Thai Doan Lai) ist zu Tränen gerührt - die Freude ist auf beiden Seiten groß
    Herr Doan Trieu Nhan kann es kaum fassen (der erste Generaldirektor des Kaffeekombinates Vina Cafe)
     
     

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    Die ehemaligen Generaldirektoren und engsten Kollegen von Siegfried habe ich um ein kleines Interview gebeten. Die Reaktionen, als sie Siegfried heute nach vielen Jahren wiedergesehen haben, durfte ich glücklicherweise einfangen. 
    Ich bin so dankbar, dass ich diese Momente erleben konnte.


    Interview Herr Thai Doan Lai (zweiter Generaldirektor) 
    von Monique Pierard

    Interview Herr Doan Trieu Nhan (erster Generaldirektor)
    von Monique Pierard 3/8/2015 4:00:00 PM17:00



    Wir waren alle zum Essen eingeladen. Getrunken wurde reichlich. Selbst ich hatte ein Bier intus. Bei dem Anstoßen gibt es Unterschiede. Wenn gesagt wird "tram phan tram" (100 Prozent), dann muss das Glas auch zu 100 Prozent ausgetrunken werden. Auf ex! Ich hatte das Gefühl, heute hieß es ständig "tram phan tram". Das Essen war köstlich. Müll unter den Tisch!
    Als Dankeschön hielt Siegfried eine Rede im Konferenzraum, total unvorbereitet - fehlerfrei! Ich muss schon zugeben, dass Siegfried der Einzige in unserer Gruppe ist, der diese Reise problemlos verkraftet. Ein echter "Steher" trotz des Trubels! Die Verabschiedung fiel uns schwer. 

    Rede Siegfried 
    von Monique Pierard 3/8/2015 4:00:00 PM17:00


    Die DDR Siedlungen sind weiterhin bewohnt

    Nicht weit entfernt befindet sich der damals angelegte Stausee "Ea Chu Kap".
    "Die Kaffeesträucher brauchen nach der Blütezeit viel Wasser. Aber genau dann ist keine Regenzeit. Daher haben wir ein Staubecken und Kanäle errichtet, um die Bewässerung der Plantagen zu gewährleisten". (Siegfried Kaulfuß)
    Der Stausee umfasst elf Millionen Kubikmeter Wasser und ist somit der größte Stausee von insgesamt 50 Stück.
    Am Stausee entlang befindet sich die Siedlung, die Siegfried und Kollegen damals für die vietnamesischen Plantagenarbeiter bauen ließ. Die Siedlung wird heute noch von Plantagenarbeitern bewohnt. Vor einem Haus in der Siedlung trafen wir auf Herrn Le Van Bay. Er ist Pächter einer Kaffeeplantage vom Konzern Viet Duc.


    Herr Le Van Bay pflegt seine Kaffeebäume 
    Der Stausee Ea Chu Kap 
     Herr Le Van Bay freut sich über unseren Besuch und unser Interesse an seiner Arbeit
     Siedlung der Plantagenarbeiter
     
     

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    Ein schöner Tag war vorbei. Essen per Lieferservice im Hotel. Ich habe es noch nicht geschafft, den Rest der Truppe beim Abendessen zu begleiten. Aber die Crew bringt mir immer etwas Leckeres mit. Guten Appetit. 



     Monique im Hotelzimmer - Essen ist fertig!

    Monique Pierard, 3/8/2015 2:35:00 PM Uhr
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  • Ihr seid in der Hochburg des Kaffeeanbaus und auf dem Zimmer liegt abgepackter Instantkaffee der Marke des schweizer Lebensmittelriesens?
    Gerda Lumbsky, 3/8/2015 4:46:06 PM Uhr
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  • In den lokalen Medien wird das Kaffefestival mit über 600 Ausstellern und Ständen zum Theme Kaffe angekündigt; man will von heute an mit einem interessanten Kluturprogramm "rein feiern". Gibt´s Bilder dazu? * Auf Ansichten der Region sind immer wieder Sendemasten zu entdecken. Nun ist ja Buon Ma Thuot eine Großstadt ähnlich Leipzig oder Halle, dor Gaffeesachse hädde seine wahre Freide, die modernen Medien scheinen auch dort Einzug gehalten zu haben. Werden die kleineren Orte auch mit Internet, evtl. per Funkstrecke versorgt? Vielleicht wissen das ja die Techniker? * Wenn kleine Bauern ihre Felder vom Staatskonzern pachten, wie können sie dann ihr unternehmerisches Risiko puffern? (Klimawandel, starker Regen in der Blüte usw.) * Falls Ihr unterschiedlichste Kaffee-Zubereitungen kosten könnt, unterscheiden sich die Aromen zwischen Plantagen mit und ohne zusätzliche Schatten spendende Bepflanzung oder kommt es vorwiegend auf die passende Bewässerung an?
    Gerda Lumbsky, 3/8/2015 4:46:29 PM Uhr
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  • Liebe und nette Grüße an Team und Gastgeber
    Gerda Lumbsky, 3/8/2015 4:46:32 PM Uhr
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  • Nächtlicher Ausflug - Besuch einer Ausstellung in Buon Ma Thuot

    Produkte aus dem Mittelhochland werden hier in den kommenden Tagen präsentiert.
    Ebenso neue Technik für die Kaffeeverarbeitung und Zubereitung.

    Ankündigung: Kaffeefest in Buon Ma Thuot
    Röstofen  
    Diverse Mahlmaschinen und Proberöster 
     Geschnitzte Kunst aus Baumwurzeln
    Massagegeräte aus Holz 
    Kurze Rast 
    Traumhafte Bonsai-Bäume 
     
     

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    Jetzt noch 5 Stunden Schlaf tanken 

    Gegen 06:00 Uhr fahren wir zu einer Schule in Buon Ma Thuot.
    Freue mich auf die Kinder. Gute Nacht.
    Monique Pierard, 3/8/2015 5:40:50 PM Uhr
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  • Ich bin aus der Ferne auch berührt.
    Inge Kaulfuß, 3/10/2015 11:12:12 AM Uhr
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  • Entschuldigung für den gestrigen Berichtsausfall 

    Wir sind direkt nach dem Kaffeefest von Buon Ma Thuot nach Da
    Lat gefahren.
    Nach der fünf stündigen Fahrt war es allerdings bereits kurz vor
    Mitternacht.
    Dafür gibt es heute die doppelte Dosis!


    Wer zu spät kommt, den bestraft der Pförtner

    Montag. Ohne Frühstück ging es morgens zum
    Gymnasium nach Buon Ma Thuot.
    An der Schule angekommen, schwappte eine Welle
    motivierter Schüler an uns vorbei.
    Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Moped. Alle hatten nur ein Ziel. So schnell wie möglich hinter das Tor auf den Schulhof. Die Schuluniformen haben mir sehr gut gefallen. Früher hatte ich mir das immer an unserer Schule gewünscht. Wir schwammen also mit dem Strom auf das Schulgelände. Geschrei. Hinter uns wurde es hektisch. Der Pförtner schimpfte und fing an, das Tor zu schließen. Die letzten quetschten sich durch. Schüler, die zu spät kommen, müssen draußen bleiben. Das wollte keiner von ihnen! 
    Ansammlung auf dem Schulgelände. Morgenappell der Schulklassen. Ich kenne dieses Ritual nicht mehr, habe mir aber sagen lassen, es hat nicht geschadet. Die beste Klasse der Woche wurde ausgezeichnet für ihre erbrachte Leistungen. Zwei Schüler mussten sich vor versammelter Mannschaft hinstellen. Truc erklärte mir, sie haben den Unterricht gestört und müssen nun bis zum Ende der Veranstaltung mit herabgelassenem Gesicht dort stehen. So etwas passiert nicht oft. Kein Schüler gibt sich gern diese Blöße. Auf dem Schulgelände sind Schilder aufgestellt, welche die Schüler sich zu Herzen nehmen. Im Anschluss an die Veranstaltung, durften wir eine Lehrerin zu ihrer Englischklasse begleiten. Die Schüler klatschten in die Hände und trommelten auf die Tische. Barbara hatte Süßigkeiten für die Kinder mitgebracht. Siegfried stellte Fragen: "Wie heißt die Hauptstadt von Deutschland? Welche Nationalmannschaft wurde letztes Jahr Weltmeister im Fußball?" Für jede richtige Antwort bekamen die Schüler Geschenke von Siegfried. Die Frage "Wer ist der Chef von Deutschland" konnte keiner beantworten. Nicht schlimm. Süßigkeiten gab es trotzdem. Selfies mit Siegfried. Gruppenfotos mit uns. Die Schüler waren aus dem Häuschen und wir waren traurig, als wir wieder gehen mussten.

    Was wünscht sich die Jugend? Wo sehen sie sich in naher Zukunft?  Zwei Mädchen auf dem Schulhof konnte ich schnell vor dem Unterricht dazu befragen. Huong und Khuyen möchten im Dienstleistungsbereich oder als Dolmetscher arbeiten. Beide wollen vorher studieren, am liebsten im Ausland. 


     Vietnamesischer Schüler in Uniform
    Siegfried beliebt bei Jung und Alt 
    Barbara verteilt Geschenke und Süßigkeiten 
     Strafe wegen Schwatzen
     Morgenappel
     Tor wird pünktlich 10 Minuten vor Schulbeginn geschlossen
     
     

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    Schule in Vietnam - nichts für den kleinen Geldbeutel

    Bildung steht hier an erster Stelle. Für die Vietnamesen bedeutet ein hoher Bildungsgrad eine bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt. Dafür müssen die Eltern der Schüler und Studenten in die eigene Tasche greifen. Die Grundschule ist für alle Kinder kostenlos. Ab der Sekundarstufe I müssen monatliche Schulgebühren bezahlt werden. Long erinnert sich gut daran: "Im Monat kostete meine Schule ungefähr 300.000 Dong (ca. 12 Euro). Meine Eltern leben getrennt. Meine Mutti musste allein für mich sorgen. Sie ist Hausfrau." Arbeitslosengeld gibt es in Vietnam kaum. Long versucht daher so gut wie möglich sein Semester an der Universität abzuschließen, damit die Finanzierung über ein Stipendium seine Mutti entlastet. Die Kinder auf dem Land haben es schwerer. Viele können nur die Grundschule besuchen. Die Eltern haben nicht genügend Geld, um ihren Kindern eine vernünftige Schulausbildung zu finanzieren. Geld regiert die Schulwelt. Paradoxerweise kippt dieser optimale Zustand. Es herrscht ein Mangel an Fachpersonal in Vietnam. Studium wird einer Berufsausbildung vorgezogen. Die Regierung versucht nun Anreize zu schaffen, um die Vietnamesen von einer beruflichen Schulung zu überzeugen. Viele Jugendliche wollen im Ausland studieren. Die meisten Hochschulabschlüsse aus Vietnam sind international nicht anerkannt. Der Andrang im Land ist enorm. Je höher der akademische Abschluss, umso geringer die Chancen auf Beschäftigung.


    Konferenz des vietnamesischen Kaffeekonzerns

    Nach dem Schulbesuch wollten wir zum Frühstück. Eine ungeplante, aber wichtige Kaffeekonferenz kam dazwischen. Wer hätte gedacht, dass ich die Gelegenheit bekomme, mit dem Präsidenten des vietnamesischen Kaffee und Kakao Vereins zu sprechen? Stimmt. Niemand!  Also, Magen nach unten gedrückt - The Show must go on!

    Herr Luong Van Tu ist nicht nur derzeitiger Präsident des Vereins. Er ist der ehemalige wirtschaftliche Leiter der vietnamesischen Delegation, als Vietnam der WTO (Welthandelsorganisation) und der wirtschaftliche Gesellschaft ASEAN beigetreten ist. Er freute sich über unseren Besuch und berichtete stolz über die Kaffeeernte vom letzten Jahr. Trotz der schlechten Verhältnisse wurden 1,6 Millionen Tonnen Kaffee exportiert. Der Erfolg ist auf die Hilfe von Deutschland zurückzuführen. Zukunftspläne für die kommenden Jahre stehen fest. Die Kaffeeproduktion soll weiter wachsen. Ebenso die Herstellung von Instantkaffee. 

     Konferenz Vina Cafe


    Fünftes Kaffeefest in Buon Ma Thuot - Die Stadt in voller Blüte

    Menschenmassen auf den Straßen. Lärm. Laute Hupen. Der Geruch nach geröstetem Kaffee. Das Kaffeefest in Buon Ma Thuot. Bunt, bunter, Vietnam. Auf dem Ausstellungsgelände drängelten sich verschiedene Fernsehteams um die besten Plätze. Auch wir waren ganz vorn mit dabei. Bei der Eröffnungsrede und mit Show-Ensemble stürzten wir allein an die Bühne, um ein paar gute Bilder zu bekommen. Siegfried saß in der ersten Reihe neben seinen alten Kollegen. Die Verabschiedung ist ihm schwer gefallen. Wer weiss, wann sie sich das nächste Mal wiedersehen.

     Dünger für Kaffeepflanzen Made in Germany
    Holger auf dem roten Teppich - warten auf den großen Auftritt 
     Der vietnamesische Holger
    Siegfried und der erste Generaldirektor von Viet Duc 
     Letzte Vorbereitungen vorm Beginn des Festes
     Die Jugend in Vietnam trinkt mehr Kaffee als Tee
     
     

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    Monique Pierard, 3/10/2015 4:46:48 PM Uhr
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  • Jugend aus Deutschland meldet sich zu Wort

    Einige Fragen aus dem Geiseltalgymnasium  Mücheln haben mich per E-Mail erreicht.
    Die Antworten darauf gibt es hier:

    Bennet Hecker Klasse 5
    Können sich den Kaffeekauf alle Menschen in Vietnam leisten?
    - Ja, ohne Abstriche

    Letizia Degebhardt Klasse 7
    Wie viel Kaffe wird im Jahr produziert?
    Letztes Jahr waren es über 1,6 Millionen Tonnen Kaffee

    Welche Regionen eignen sich am besten zum Kaffeeanbau und warum?
    Der Kaffeeanbau ist abhängig von Höhenlage und klimatischen Verhältnissen. Frost darf es nicht geben. Eine Höhe von 500 Meter verhindert den Befall von Ungeziefer oder Schimmel.

    Jessica Krüger Klasse 5
    Wie müssen die Böden beschaffen sein, und wieviel Sonneneinstrahlung 
    braucht die Kaffeepflanze?
    Der Boden sollte homogen und möglichst nicht steinig sein. Die Kaffeepflanzen sind Tiefwurzler. Die Wurzeln reichen bis zu sechs Meter ins Erdreich. Kaffee ist vergleichbar also mit einem Weinstock.


    Ron Peschel

    Ist der Kaffee genauso teuer wie in Deutschland?
    Eine Tasse Kaffee kostet in Vietnam ungefähr 20 Cent.
    Wie ist das mit den Schulen, gibt es in Vietnam auch solche Gymnasien wie bei uns in Deutschland?
    Ja
    Wie wird man Lehrer in diesem Land?
    Als Lehrer benötigt man einen pädagogischen Abschluss von einer Universität. Das Studium dauert ca. 4 Jahre, abhängig von der jeweiligen Fachrichtung.

    Monique Pierard, 3/10/2015 5:07:47 PM Uhr
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  • Wir verfolgen mit Interesse die Reiseberichte. Wir sind stolz auf die Schreiberin und wünschen weiterhin viele Höhepunkte vor der Linse.
    Karl Heinz, 3/11/2015 12:38:33 AM Uhr
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  • Ein "Hallo" ans gesamte Reiseteam. Die Dokumentationen und Berichte von Monique wecken in mir wieder die Reiselust. Hier meine Frage: Erinnert euch Vietnam in manchen Dingen an die ehemalige DDR? Gibt es mehr volkseigene als private Betriebe? Kann man dort einfach so einen privaten Betrieb gründen oder ist das mit Schwierigkeiten verbunden?
    Gibt es ein Rentensystem
    Siegfried Ackermann, 3/11/2015 12:40:54 AM Uhr
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  • auch wir sind stolz auf die "Schreiberin" und wünschen noch viele tolle Erlebnisse.
    Moni, 3/11/2015 1:27:35 PM Uhr
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  • Guten Morgen aus Deutschland!!!
    Juliane Letsch, 3/11/2015 1:27:36 PM Uhr
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  • Der Blog ist sehr interessant, ich lese jeden Tag und bin ja schon beinahe enttäuscht, wenn mal nichts aktuelles geschrieben wurde. Die Rahmenbedingungen sind sicherlich sehr anstrengend. Ich bestaune euch wie ihr das meistert!!!! Viel Spaß und Schaffenskraft weiterhin!
    Juliane Letsch, 3/11/2015 1:27:37 PM Uhr
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  • Ausruhen und essen könnt Ihr wieder zu Hause.
    Moni, 3/11/2015 1:27:44 PM Uhr
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  • Der vorige Kommentar ist leider unvollständig.
    Moni, 3/11/2015 2:56:13 PM Uhr
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